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Fotoalben aus Bombinhas und Umgebung
bis Ende 2017

Im Laufe der Jahre haben sich sehr viele Fotos von Bombinhas und Umgebung angesammelt, die ich nicht unbeachtet lassen möchte. Durch unsere Besuche vor allem aus Europa werden wir immer wieder darauf hingewiesen, in welch einem Paradies wir leben. Dafür verliert man den Blick, wenn das Paradies zum Alltag wird. Aber wenn wir dann mit unseren Gästen durch die nähere Umgebung streifen, erleben auch wir etwas von dem Wunder dieser Schönheit der Natur in unserer Stadt und ihrer Umgebung. Da liegen wirklich Traumlandschaften in fast Fußwegabstand zu uns. Fast jeder Schritt öffnet neue Aspekte dieses Wunders von Landschaft zwischen Land und Meer. Bombinhas ist eben eine zerklüftete Halbinsel, die bis zu 18 km in den Atlantik hinein ragt. Da ist es nicht erstaunlich, dass wir ein Urlaubsparadies sind für viele Menschen aus ganz Südamerika.
Die Fotos der Alben bleiben unkommentiert und sollen durch sich selber sprechen. Erklärungen aber bieten die dazu gehörigen Texte hier unten.

Eco 360, AussichtspunktUm über unsere schöne Halbinsel einen Überblick zu erhalten, muss man auf den höchsten Punkt klettern. Der liegt allerdings etwas versteckt, so dass ich bis November 2017 gebraucht habe, um ihn überhaupt zu entdecken. Er liegt auf dem Weg zum abgelegensten Stadtteil Bombinhas namens Tainha, einem idyllischen Strand mit einigen Häusern. Zu erreichen ist dieser Stadtteil nur über eine steile Schotterpiste, die bei Regen sicher nur mit 4-Rad-Antrieb befahren werden kann. Ganz oben auf der Passhöhe der Straße liegt ein kleinen naturgeschichtliches Museum. Von hier aus geht der Weg Eco 360 Mirantes hoch zu dem Aussichtspunkt. Er wurde in den letzten Jahren ausgebaut und gut begehbar gemacht. Möglich gemacht wurde das wohl auch deswegen, weil auf die Spitze wegen teletechnischer Anlagen auch eine Lastenseilbahn führt, mit deren Hilfe auch Sicherungen für staunende Touristen hierher gebracht wurden. Von hier aus aber erschließt sich in atemberaubenden Aussichten die ganze Schönheit der Halbinsel von Bombinhas. Fährt man dann die Schotterpiste weiter bis zum Ende, gelangt man nach Tainha, einer Ansammlung kleiner, feiner Häuschen, romantisch gelegen mit eigenwilliger Architektur. Hier gibt es einen kleinen Strand, der aber wenig erschlossen ist. Wir hatten das Glück, dass sich in der Bucht von Tainha gerade eine kleine Delfinherde tummelte. Immer wieder blitzten die Fischrücken der Delfine aus dem Wasser.

Morro de Macaco, der AffenbergGanz in der Nähe des Eco 360 Aussichtspunktes ist der Morro de Macaco, der Affenberg. Er ist 200 m hoch und sehr viel bekannter als Eco 360. Ein gut ausgebautet Weg, der nur wegen seiner Steigung beschwerlich ist, führt vom Strand in die Höhe. Oben aber bietet sich ebenfalls eine wunderschöne Aussicht vor allem über die Landenge von Canto Grande. Die Spitze bilden einige Felsen, die dazu einladen, sich auf sie zu stellen, um vor allem die Christusfigur von Rio de Janeiro nachzuspielen oder sich vor aller Welt zu präsentieren.
Die Fotos stammen von zwei Besteigungen, die ich gemacht habe. Bei der ersten waren Nicole und Jörg, zwei Besucher aus Frankfurt, mit dabei. Es herrchte ein wunderschönes Wetter, was für den Aufstieg selber wegen der Hitze recht beschwerlich war. Dafür war die Aussicht wunderschön. Bei der zweiten Besteigung waren Aurora und unsere gute Freundin Marlete mit dabei. Dieses Mal war der Himmel grau, was den Aufstieg vereinfachte, die Aussicht aber trübte. Nun ja, so sieht es eben aus, wenn es in Bombinhas tiefe, dunkle Wolken gibt - und das ist nicht besonders selten. Zweimal also dieselben Aussichten, aber zwei sehr unterschiedliche Eindrücke.

Estaleiro, die linke HalbinselWenn man in Bombinhas oder Bombas am Strand steht, so wird das Meer rechts und links von einer Halbinsel begrenzt, so dass wir hier in einer geborgenen Bucht sind, in der die Wellen des Meeres abgeschwächt werden und die Wassertemperatur höher liegt. Diese geschützte Lage ist auch der Grund, warum die Strände so kinderfreundlich sind. Denn es gibt nur an wenigen Stellen gefährliche Strömungen. Wenn man sich diese Halbinseln vom Strand aus anschaut, dann liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um eine schöne Landschaft handeln könnte. Und so ist es auch. Die linke Halbinsel der Bucht von Bombas und Bombinhas ist die Halbinsel Estaleiro. Man erreicht die Spitze dieser Halbinsel entweder mit dem Auto über Porto Belo, oder über einen schmalen, beschwerlichen Wanderweg (Trilha), der am Strand von Bombas beginnt, sich steil nach oben windet, über zwei Hügelketten hinweg auf die andere Seite der Halbinsel führt, um dann auf dem letzten Stück an die Spitze auf der Schotterpiste, die von Porto Belo dorthin führt, zu gelangen. An der Spitze der Halbinsel liegt vor einem großen, offenen Rasengrundstück noch eine einsame Villa, die früher einmal das Schild eines deutschen Honorarkonsulates trug. Daran schließt sich ein kleiner Naturpark an, der bis zur Spitze der Halbinsel reicht. Diese Spitze aber sind große Steine, an denen sich die Wellen hart brechen.

Sepultura, die rechte HalbinselWar die linke Halbinsel Estaleiro schon wunderschön, so ist die rechte Halbinsel Sepultura ein geradezu magisch schöner Ort. Für mich ist er neben dem Aussichtspunkt Eco 360 der schönste Ort von Bombinhas. Relativ leicht erreichbar ist eine Landsenke am Anfang der Halbinsel, auf der sich eine Pousada mit eigenem Sandstrand zur Bucht hin befindet, während auf der anderen Seite Angelgewässer an einem steinigen Strand mit harten Wellen sind. So läuft man über den niedrigen Landrücken zwischen den Stränden hindurch, zwängt sich durch ein Gatter, der Kühe davon abhalten soll, ihre auf der gesamten Halbinsel liegenden Weide zu verlassen steigt dann einen recht steilen Weg nach oben und befindet sich dann auf wunderschcönen Weideflächen, umsäumt von Palmen, Sträuchern und Blumen. Bromelien klammern sich auf vielen Bäumen fest. Im November blühen sie und setzen rote Farbupfer überall in das üppige Grün. Ist man mal oben, geht es sanft auf und ab durch kleine Haine und weitere offene Grasflächen, von denen man wunderschöne Aussichten vor allem auf Bombinhas und Bombas hat. Schließlich fällt das Gelände wieder ab in Richtung auf die Landspitze im Meer, die von großen Steinen gebildet wird. Es ist unglaublich schön hier zwischen den dichten Agavenhainen, den gemusterten Felsen, den saftigen Grasflächen und den hohen Palmen. Die Macht der Natur lässt einen andächtig werden und ich habe selber gemerkt, dass ich anders von dort zurück kam, als ich hingegangen bin. Wahrscheinnlich ist der Erhalt dieser Schönheit der Tatsache zu verdanken, dass es sich hierbei um einen Privatbesitz der Familie Zarling, einer alteingesessenen Familie aus Bombinhas, handelt. Die Kühe hier haben wohl die vorrangige Aufgabe des Landschaftsschutzes, denn sie halten das Gras niedrig und die Weideflächen offen. Wäre das Geländer kommunales Gebiet, hätte bestimmt schon ein Politiker seine Villa dorthin gesetzt.

Das MeerDas Meer war früher die Lebensader der Bevölkerung von Bombinhas, denn die alteingesessenen Familien waren Fischer. Noch heute sind viele eheamlige Grundstücksbesitzer zwar inzwischen reiche Immobilienmakler, aber in ihrem Herzen sind sie weiterhin Fischer, wie ihre Väter und Vorväter. Das merkt man besonders im Mai, wenn die Fischsaison für Tainhas, die dann in Schwärmen vor der Küste auftauchen, beginnt. Da hält es die alten Fischer nicht mehr in ihren Maklerbüros. Sie eilen an die Strände, um nach den Fischen Ausschau zu halten, um ihnen in kleinen Booten nachzustellen, wie das seit eh und je hier üblich ist. Für uns andere aber ist das Meer vor allem ein Erholungsgebiet. Viele haben Motorboote, mit denen sie oft draußen sind. Im Meer tummeln sich viele Schildkröten, Delfine, manchmal Walfische und es gibt hier Muschelfarmen, in denen man preisgünstig Muscheln und Austern kaufen kann. Das Wasser ist im Sommer sehr warm, bis zu 30°. Darum fahren auch sogen. Piratenschiffe mit Touristen raus und lassen die Touristen dann an bestimmten Orten im Meer baden. Auch wird hier viel getaucht. Es gibt hier viele unterschiedliche Fischsorten, darunter sogar Seepferdchen.

Probleme mit dem Strand in Bombas Neben den wunderschönen Bildern gibt es leider auch selbstgemachte Probleme in dieser Stadt. Unsere größten Probleme sind, dass wir noch immer kein Abwassersystem haben, was wie eine tickende Bombe für unsere schöne Stadt ist. Aber das kann niemand sehen. Sichtbar hingegen ist ein anderes, selbstgemachtes Problem, denn im Zuge der Verschönerung unseres Strandes in Bombas wurde ein Strandweg für Fußgänger und Radfahrer angelegt. Den Arbeiten aber fiel ein großteil der Uferbeplanzung zum Opfer, die mit einem Bagger beiseite geräumt wurde, um Platz zu schaffen. Stattdessen wurden vor der Bepflanzung sozusagen als Sicherung für den Weg Holzpfähle in den sandigen Boden gerammt. Bei Hochwasser oder starkem Sturm steigt die Flut so hoch, dass das Wasser die Holzpfähle erreicht, dort mit Macht gebrochen wird und im Rückfluss den Sand des Strandes mitnimmt. In nur zwei Jahren sank so der Sandstrand an den kahlen Stellen ungefähr einen Meter. Die Holzpfähle wurden teilweise freigespült, so dass sie umfielen. Mit ihnen löste sich auch die gepflasterte Decke und auch die Laternenpfähle. Wo vorher noch weißer Sandstrand war, hat sich jetzt eine Spur der Verwüstung ausgebreitet. Nur noch Teile des Strandes sind so brauchbar. Es ist ein trauriger Anblick, der uns ziemlich ratlos und wütend über die fachliche Inkompetenz der Stadtverwaltung macht, die diesen Schaden angerichtet hat.

Umzug am 7. SeptemberWas das Leben in Bombinhas über die schöne Natur hinaus bereichert, ist die so unglaublich bunte und lebensfrohe Art der Menschen. An einem Tag im Jahr verschafft sich diese Lebensfreude Ausdruck, wenn am Tag der Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal in allen Städten des Landes, also auch in Bombinhas, ein großer Festumzug stattfindet, in den vor allem die Schulen und Vereine eingebunden sind. 2017 waren auch wir mit den Rotarianern und dem Tierschutzverein, mit dem Rotary kooperiert, dabei. Der Zug formiert sich ähnlich wie früher in der DDR am 1. Mai in der Hauptstraße Leopoldo Zarling und den Nebenstraßen, um dann nach Anweisung loszulaufen an einem Podium vorbei, auf dem die Politiker der Stadt stehen und huldvoll winken - wie damals in der DDR, nur viel fröhlicher und fabenfroher. Der Stil der Gruppen ist sehr unterschiedlich. Vorneweg ist die Militärpolizei, die sogar eine Kinderabteilung hat. Es folgen Klassen, Sportvereine und die Pfadfinder, die hier vor allem durch militärischen Drill auffallen. Zuletzt kamen dann wir von Rotary und dem Tierschutzverein.

Die InterpraiaVerlassen wir nun Bombinhas und schauen uns in der Umgebung um. Da liegt etwas abseits und teilweise parallel mit der Autobahn, der BR 101, eine Küstenstraße, die das Städtchen Itampema mit der großen Stadt Balneário Camboriú verbindet. Sie windet sich zunächst durch kleine, feine Häuser, führt bergauf und bergab und berührt immer wieder den herrlichen Strand. Bei schönem Wetter ist es hier wunderschön, wobei der lange Sandstrand selber gar nicht viel besucht wird. Man findet hier also ruhige Plätzchen in einer noch ursprünglichen Natur. Wenn dann von Itapema kommend die Stadt Balneário Camboriú beginnt, ist auch eine der beiden Talstationen der Gondelbahn, die die Menschen hoch in den Uniparque bringt, von dem noch die Rede sein wird.

Balneário CamboriúBalneário Camboriú ist eine Stadt mit rund 100.000 Einwohnern und 2.000 Hochhäusern, in denen die Menschen ziemlich dicht gedrängt leben. Der lange Sandstrand bietet viel Platz für Menschen, die aus den Hochhäusern hierher strömen, um sich dort zu erholen. Wer schon mal in Miami war, fühlt ich hier stark an die berühmte Stadt in Florida erinnert. Die Enge liegt daran, dass fast alle möglichst nahe am Strand wohnen möchten. So geht die Avenida Atlântica als breite Einbahnstraße am Ufer von Süden nach Norden und in der Gegenrichtung nur einen Häuserblock weiter landeinwärts die Avenida Brasil von Nord nach Süd. Die Avenida Brasil ist dann auch die große Einkaufsstraße. Ganz im Süden, wo sich die beiden Straßen treffen, ist die Talstation einer Gondelbahn, die auf den nahe gelegenen Berg zum Unipraia, einem Naturpark mit einigen Vergnügungen, führt. Hier gibt es eine Sommerrodelbahn und eine verwegene Vorrichtung, mit der man sich in die Tiefe stürzen kann. Dabei wurde die Natur so belassen, wie sie ist, so dass man sich in einem wunderbaren Wald der Vegetationszone Mata Atlântica befindet. In der Regel parken wir an der Talstation, fahren zunächst mit einem Bus die große Runde über die Avenida Atlântica und die Avenida Brasil, was rund 1,5 Stunden dauert, um dann mit der Gondelbahn auf den Berg in den Park zu fahren, von wo man einen schönen Ausblick auf das Miami von Santa Catarin, Balneário Camboriú, hat.

Oktoberfest in BlumenauBlumenau liegt 100 km von Bombinhas entfernt im Landesinneren. Es ist eine Stadt mit rund 310.000 Einwohnern, die von einem deutschen Apotheker namens Blumenau gegründet wurde. Die Bewohner von Blumenau sind sich der deutschen Wurzeln in besonderer Weise bewusst, denn hier gibt es das nach München zweitgrößte Oktoberfest der Welt. Im Gegensatz zum Oktoberfest in München wird hier zwar auch viel Bier getrunken, jedoch nicht bis zur Bewusstlosigkeit. Stattdessen gibt es hier fröhliche Familiennachmittage mit bajuwarischer Verkleidung. Alles ist in Schwarz-Rot-Gold gehüllt, selbst die Mülleimer. Und dreimal wöchentlich windet sich ein enorm langen Festumzug durch die Innenstadt. Ohne Zweifel ist das Oktoberfest der Höhepunkt des Jahres in dieser Stadt, die ansonsten zwar hübsch ist, aber nicht viel zu bieten hat. Zu den Bildern ist noch zu sagen, dass die ständig wiederkehrende Werbung für Eisenbahn eine Bierwerbung ist. Dabei handelt es sich um das einzige, nach deutschem Reinheitsgebot gebrauten Bier.

Die Schönheit des AugenblicksEs ist nicht nur die Schönheit der Natur, die sich erhaben vor den Augen ausbreitet, sondern es sind auch viele wunderschöne Eindrücke, die flüchtig sind, die kommen und gehen. Auch davon gibt es einiges in Bombinhas. Besonders die verschiedenen Stimmungen, die durch Wetter und Licht erzeugt werden, sind sehr eindrücklich. Jeder muss das nun selber erleben. Ich kann nur einige wenige Eindrücke wiedergeben, wobei Bilder die Wirklichkeit nur beschränkt wiedergeben können.

Bombinhas, Ende November 2017

Hans-Georg Döring