11. März, Samstag, Nach Hause

Also etwas muss man dieser einfachen Unterkunft wirklich zugestehen: Wir schlafen in dieser Hütte wie die Weltmeister. Daheim in Bombinhas schlafen wir bei weitem nicht so gut. Ich kann mir auch erklären, woran das liegt. Da ist zunächst die enorme Ruhe. Abends ist hier nicht der leiseste Laut zu hören, nichts, absolute Stille. Und dann die Dunkelheit. Es ist stockdunkel. Heute Nacht sind Aurora und ich sogar mit den Köpfen aneinander gestoßen, weil es so finster war. Das ist alles in Bombinhas anders. Dort ist es lauter und heller. Sodann kommt noch eben der Sauerstoffmangel durch den verhältnismäßig kleinen Raum hinzu. Denn die Fenster sollte man wegen der Mücken möglichst nicht offen haben. Wir schlafen wie betäubt. Und dennoch wachen wir ganz pünktlich um 7 Uhr auf, wie wir das daheim gewohnt sind.

Im Gegensatz zu vorgestern Abend und der zweiten Nacht hier hatten wir auch keine Beinschmerzen mehr, weil der Ausflug gestern in Bezug auf das Laufen weniger anstrengend war. Dafür aber funktioniert die Kamera noch immer nicht. Sie braucht eine Spezialtrocknung durch viel Reis, der der Kamera die Feuchtigkeit entziehen soll. Ich hoffe, sie so wieder zum Funktionieren zu bekommen.

Heute also soll es nach Hause gehen.

Wieder empfing uns morgens eine freundlich, sonnenbeschienene Landschaft, als wir aus der Dunkelheit des Hauses in den Tag kamen. Um 8 Uhr wurde gefrühstückt und um 8.45 Uhr saßen wir schon im Auto auf dem Weg nach Hause. Bis zur BR 101, der Autobahn, waren rund 25 km zurückzulegen. Die Strecke aber war gut geteert und in hervorragendem Zustand. Also gab ich ein wenig Gas und übersah nach rund 5 km eine Bodenwelle, einen Federbrecher. Mit rund 100 km/h hielt ich auf dieses Unding zu, sah es fast in letzter Sekunde, bremste noch so gut es ging und dann gab es 3 gewaltige Schläge. Erst prallten wir vorne auf die Schwelle, dann prallten wir vorne auf die Straße hinter der Schwelle und dann noch hinten so richtig laut noch einmal auf diesen Federbrecher rauf. Noch nie war ich mit rund 80 Sachen über so ein Teil gefahren und die Schläge waren wirklich bemerkenswert. Aber das Auto hat gehalten. Die Bleche unten sind sehr verstärkt und weisen jetzt mit Sicherheit manch neue Schramme auf, aber es hat gehalten. Jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt, mit voller Geschwindigkeit über sowas drüber zu brettern. Es gibt einen gewaltigen Schreck und man sollte es dem Auto nicht allzu oft antun, aber das Auto hält – wenigstens jetzt. Die Federn waren noch heil.

Gegen 12.30 Uhr waren wir dann zurück in Porto Belo, dem hässlichen Städtchen mit dem hübschen Namen, das Bombinhas vorgelagert ist, damit man hinterher die Schönheit Bombinhas besonders zu würdigen weiß. Hier gingen wir in unserem kleinen, preiswerten Restaurant essen – das erste Mittagessen in diesem Kurzurlaub, weil wir sonst ja immer unterwegs waren, während die Restaurants mittags offen hatten, und kauften dann in unserem neuen Supermercado und dem Fischgeschäft ein, was wir für die nächsten Tage brauchen.

Inha wurde zu sich nach Hause gebracht und wir kamen dann endlich gegen 14.30 Uhr nach Hause zu Chico und Susi, die uns natürlich nicht erwarteten, uns nicht freudig begrüßten, sondern gelangweilt auf ihren Plätzen liegen blieben. Da freut man sich auf jemanden und dieser jemand strahlt nur aus: Was, ihr jetzt hier? Stört uns nicht!

Es ist schön, weg zu fahren in den Urlaub. Es ist ebenso schön, wieder nach Hause zu kommen aus dem Urlaub.

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