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21. August 2013, Stress mit dem Umzug

So eine Auswanderung will in der Tat gut vorbereitet sein. Aurora und ich SIND gut vorbereitet. Schon im vorigen Jahr hatten wir das Umzugsunternehmen ausgewählt, d.h. es gab nicht viel Auswahl, denn wir fanden lediglich ein einziges Unternehmen, was sich dieser logistischen Herausforderung annahm. Aber ich glaube, wir haben eine gute Wahl getroffen, denn die Preise scheinen zwar hoch, aber nicht überhöht zu sein und der Service ist auch in Ordnung. Seit wir im August vorigen Jahres die ersten Kontakte aufgenommen hatte, war der Chef und Besitzer des Unternehmens bei uns, um all das richtig zu stellen, was sein Angestellter falsch gemacht hatte - aus Unerfahrenheit. Seitdem hatte der Chef einen Burnout und eine Insolvenz der Firma. Beides haben wir nicht gewusst - Gott sein Dank!!! - und aus beidem ist die Firma wieder gut raus gekommen. Sowas kommt davon, wenn der Chef einfach ein netter ist. Als wir im Juni wieder mal Kontakt mit ihm aufnahmen, gestand er diese Dinge, aber er war auch sicher, dass jetzt alles gut wird. Und so sieht es aus, auch wenn jetzt wieder einiger Stress auf uns zu kam.
Wir fragten bei der Umzugsfirma an, welchen Agenten wir in Brasilien haben würden. Aurora möchte gerne Kontakt zu ihm aufnehmen. Da kam die Meldung, dass die Agentur eigentlich schon am 8. August mit uns Kontakt aufgenommen hätte. Bei uns war aber keine Mail eingegangen. Also Nachfrage in der Spedition, dann Email aus Brasilien, Rio de Janeiro, von der Agentur, die gleich ein paar Dinge von uns wollte: Kopien der Pässe samt einiger Papiere über mich: brasilianische Steuernummer (CPF) und Aufenthaltserlaubnis für Brasilien. Wie gut, dass wir schon dafür gesorgt hatten, denn ich habe bereits jetzt ein Dauervisum wegen Familienzusammenführung, das im Februar bei unserem letzten Urlaub dort bei der Bundespolizei (polícia federal) angemeldet worden war, nachdem ich es in einer wochenlangen Prozedur in Frankfurt auf dem brasilianischen Konsulat erhalten hatte. Meine Steuernummer ist schon älter. Sie beantragte ich vor vielen Jahren in São Paulo. Dazu war aber eine Vorarbeit in Deutschland nötig mit u.a. einer Geburtsurkunde.
Was Aurora Sorgen machte, war die Tatsache, dass sie auch schon eine Abmeldebescheinigung haben wollten. Wir sind aber noch gar nicht abgemeldet, haben also keine derartige Bescheinigung. Das steht wohl in der nächsten Woche an, wenn endlich mal die Wahlbenachrichtigungen für die Bundestags- und Landtagswahlen da sind. Und dann reicht es ja nicht mit einer solchen Bescheinigung, denn die muss dann vom Konsulat auch legalisiert werden. Das dauert in der Regel 10 Arbeitstage, also 2 Wochen. Ich bin schon immer ziemlich flott, Dinge zu erledigen, aber gegen die Schnelligkeit Auroras in dieser Beziehung bin ich lahm. Arme Aurora! Jetzt hat sie Stress, weil ich mich weigere, mich zu früh abzumelden.

Gestern Abend war dann noch das große Abschiedsessen mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hörbücherei im Lahmen Esel zu Niederursel, einer urigen Apfelweinkneipe mit separatem Raum für uns und gutem Essen. Wir waren 21 Personen. Außer dem guten Essen war noch Information angesagt über die weitere Arbeit der Blindenarbeit allgemein und dem Fortbestand der Arbeit, die nun nach der Schließung der Hörbücherei liegen bleibt. Da tun ich mit anderen Trägern neue Möglichkeiten auf, die den Tod der Hörbücherei für die Nutzer weniger schwer machen. Einige der Ehrenamtlichen werden auch auf Bitte eines neuen Trägers hin weiter machen. Die meisten jedoch stellen ihre Arbeit mit dem Weggang von Aurora und mir ein, denn sie wird nicht mehr gebraucht.

Abendessen im Lahmen Esel Abendessen im Lahmen Esel
Abendessen im Lahmen Esel

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