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31. August 2013, ... noch immer nicht ...

Eigentlich ist es ziemlich tragisch, aber das Abschied Nehmen gelingt nicht richtig. Immer wieder kommen Anrufe und es fließen Tränen. Hinzu kommt, dass jetzt noch ein Freund aus dem Helferteam der Blindenarbeit gestorben ist. Er hatte eine sehr schwierige Kindheit in Heimen verbracht, war zu einem Bulle von Kerl herangewachsen, hatte früher als Möbelpacker gearbeitet, musste dann damit aufhören, als sein Rücken nicht mehr mitspielte. Gerne zog er sich Lederkleidung an und wirkte dann mit seinem hellgelben Schnauzer wie ein Rocker der schlimmsten Sorte. Manche hat das auch abgeschreckt. Aber wenn man ihm mit etwas Zuwendung begegnete, dann gehörte einem seine ganze hingebungsvolle, kindliche, vertrauliche Liebe. Kein Feiertag kam, ohne dass er mich anrief, um uns gute Wünsche zu geben. Gerne kam er und besuchte mich, war dann fröhlich und sehr freundlich, ein liebevoller Brummelbär. Wir haben uns oft umarmt. Aber er rauchte wie ein Schlot und soff wie ein Loch, wurde dann auch leicht aggressiv, so dass die Menschen Angst vor ihm bekamen. Ich musste dann ganz vorsichtig mit ihm reden. Immerhin ließ er sich von mir was sagen. Und er wollte unbedingt, dass ich ihn mal beerdige, als es ihm immer schlechter ging. Das hat er ja nun auch geschafft, quasi in letzter Minute. Gestern früh starb er, nachdem seine Leber und seine Nieren nicht mehr mitspielten. Ich war noch mal bei ihm gewesen auf der Intensivstation, doch ließen mich die Schwestern und Ärzte nicht zu ihm, weil ich die Routinen störte. Dabei ist es ein evangelisch-freikirchliches Krankenhaus und ich war da mit Kollarhemd, weil ich dann weiter zu einer Beerdigung musste.
Die Beerdigung wird noch vor dem 11. September sein müssen.

In 2 Wochen sitzen wir schon auf gepackten Sachen und in 3 Wochen sind wir schon in Bombinhas. Unser guter Freund Rudi, der eigentlich sehr, sehr viel zu tun hat, will uns in Florianopolis mit seinem Lieferwagen abholen, um alles Gepäck samt Katzen gut zu uns zu bringen. Das hat er uns jetzt telefonisch mitgeteilt. Auch will er zusehen, dass wir auch gleich ein Auto vor Ort haben, denn es sind noch allerlei Papiere zu organisieren. Von der brasilianischen Spedition haben wir zunächst erfahren, dass der Container bereits am 1. Oktober in Paranaguá ankommen würde. Dieser Hafen liegt in der Nähe von Curitiba, also nicht allzu weit von uns entfernt. Da man aber eben bis zur Ankunft noch diese Papiere herbeischaffen muss, bat Aurora um einen Aufschub der Ankunft des Containers. Jetzt kommt er also erst am 12. Oktober an. So haben wir nicht so viel Stress. Da wir ja bis zur vollständigen Einrichtung der neuen Wohnung sowieso in unserem Ferienappartament wohnen, haben wir es auch nicht besonders eilig, sondern wollen mit viel Ruhe - eben Rentner like - dran gehen, es uns hübsch zu machen. Schließlich gibt es an der Wohnung auch noch allerlei zu richten. Reparaturen müssen durchgeführt werden und vor allem die Klimaanlage muss bestellt und installiert werden. Schließlich naht der Sommer in Brasilien
Die Papiere, die vom brasilianischen Konsulat legalisiert werden müssen, sind auch schon fertig und auch legalisiert. Die werden wir am Montag dort abholen. Wie gut, dass das Konsulat nur 10 Autominuten von uns entfernt liegt. Da werden wir es mit dem deutschen Konsulat in Brasilien nicht so bequem haben.

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