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29. September 2013, Erledigungen

Ich finde, wir machen hervorragende Fortschritte auf dem Weg zu einem guten Leben hier in Brasilien. Denn wir konnten in den letzten Tagen doch viele Dinge erledigen, von denen wir teilweise vorher nicht gewusst hatten, dass sie überhaupt erledigt werden mussten. Dazu kommen die Angelegenheiten, die wir schon vorher wussten.

Wie wird das mit dem Geldtransfair von Deutschland nach Brasilien?
Schon mehrfach haben wir unsere PostSparcard bemüht, um Geld hierher zu bringen. In weiser Voraussicht haben wir 3 solche Konten angelegt, denn von jeder PostSparcard darf man jährlich im Ausland bis zu 10 Mal ohne Gebühren Geld abheben. Die Summen, die man allerdings abheben darf, sind ziemlich begrenzt und betragen lediglich 800 Reais. Hatten wir für dieses brasilianische Geld noch im Februar bis zu 310 Euro bezahlen müssen, kostet es jetzt nur noch 265 Euro. Der Kurs ist also für uns sehr viel besser als früher. Da wir für den Autokauf allerlei Geld brauchten, haben wir auch gleich 3 Mal jeweils 2.400 Reais abgeholt. Damit konnten wir einen Teil des Autos bezahlen. Den Rest nehmen wir von unserem hiesigen Geld.
Heute habe ich zusätzlich meine Kreditkarte genommen, um noch einmal probehalber 800 Reais abzuheben. Auch das ging problemlos. Gebühren fallen dafür nicht an, jedoch geringe Zinsen.
Das Seltsame ist, dass man hier seine Lebensmittel mit Kreditkarte bezahlen kann, aber wenn man in einem Geschäft Investitionsgüter kaufen möchte, dann wird sehr oft die Kreditkarte nicht akzeptiert. Dann braucht man Bargeld.
Zwar wäre es auch grundsätzlich möglich, mit einer Bankkarte zu zahlen, wie man das in Deutschland oft macht, jedoch fallen dabei recht hohe Gebühren an. Also bleibt die Bankkarte in der Schublade.

Folgende Anschaffungen haben wir bislang getätigt:
Schon bei unserer Ankunft wartete ein Auto auf uns, ein Corsa, der vorher von Auroras Schwester Inha gefahren wurde. Er ist Baujahr 2011 und nur wenig gefahren. Dieses Auto erleichtert uns das Leben erheblich, denn nur dank dieser Investition ist es möglich, alle Gänge zu erledigen. Es kostet uns 27.000 Reais, also 9.000 Euro. Es ist klein, handlich und gut zu fahren. Wir sind sehr froh darüber.
2 große Kühlschränke wurden heute im Internet bestellt. Marke Brastemp. Aurora meint, das sei eine gute Marke und ein guter Service. Das mit dem Service ist wichtig, denn wegen mangelhafter Qualität gehen einheimische Produkte gerne schnell kaputt (ausländische auch, wenn sie hier in Brasilien gefertigt werden). Electrolux ist hier eine große Marke. Ich kenne sie aus Schweden, aber was hier verkauft wird, ist qualitativ nicht besser als Einheimisches. Im Gegensatz zu Deutschland muss man hier fast alles im Kühlschrank lagern, damit die kleinen Insekten nicht dran gehen. Darum kauften wir auch gleich zwei große Kühlschränke, wie sie in Deutschland kaum gebraucht und produziert werden. Sie waren verhältnismäßig billig und kosteten zusammen nur rund 1.200 Euro. Mit den Kühlschränken ist unsere Küche komplett.
Im Februar hatten wir für unsere eigene Wasserversorgung aus einem eigenen Brunnen eine Pumpe besorgt, die bereits kaputt ist. Entweder kann sie repariert werden, oder wir müssen eine neue kaufen. Unser Freund Rudi baut sie ein.
Dank des für uns günstigen Realkurses sind die Lebensmittel heute preiswerter als im Februar. Wir bezahlen hier für 1 kg Rindergoulasch nur rund 4 Euro.
Auch das Benzin ist hier sehr viel günstiger als in Deutschland. 1 Liter kosten 0,85 Euro, ein Traumpreis.

Bei den Behörden haben wir allerlei Erledigungen machen können:
Wir kennen uns jetzt in Itajai, dem Behördenzentrum für Bombinhas aus. Itajai ist eine kleine Stadt ungef. 40 km von Bombinhas entfernt. Hier ist das zentrale Finanzamt, bei dem wir uns anmelden mussten, und auch die Ausländerpolizei. Von dort waren wir aufgefordert worden, für mein Dauervisum noch eine Kopie von Auroras Ausweis beizubringen. Im Februar hatte ich meinen Ausländerausweis, den hier alle permanent wohnenden Ausländer bekommen, beantragt. Damals meinte der deutschstämmige, sehr fröhliche und freundliche Beamte, dass die Ausstellung eines Ausweises mindestens 6 Monate dauert. Nun waren alle Antragspapiere auf Grund des fehlenden Ausweises wieder aus Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens, zurück gekommen. Die Kopie wurde hinzugefügt und alles wieder auf den Weg geschickt. Das dauere so lange, meinte der Beamte, weil hier im Internetzeitalter sowas immer auf toten Kamelen transportiert würde. Die bräuchten so lange. Jetzt wurden also die toten Kamele wieder in Bewegung gesetzt in der Hoffnung, dass ich diesen Ausweis dann im Februar nächsten Jahres bekomme. Als ich im Februar unserer Freundin Christine davon erzählte, meinte sie ganz trocken, dass das eine bessere Verwendung für tote Kamele sei, als sie in die Lasagne zu bringen (damals war der Fleischskandal in Deutschland sehr aktuell). Recht hat sie!

Einige Projekte sind auch schon eingetütet und sollen demnächst umgesetzt werden:
Die Wasserdruckanlage, von Rudi entworfen und bereits in seinen Einzelteilen vorhanden, soll am Montag, also morgen, aufgebaut werden. Ich hatte es schon nicht mehr geglaubt und kann erst daran glauben, wenn sie wirklich steht. Es ist sehr schwer, hier Handwerker zu bekommen, die a. das machen, was sie sollen, b. sich an Verabredungen halten, c. die Arbeit auch qualitativ akzeptabel erledigen. Mit unserem Installateur Vita haben wir da sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Mal sehen, ob er jetzt diese Arbeit zuende führt. Die Anlage ist nötig, weil der Wasserdruck viel zu gering ist, um damit z.B. einen Durchlauferhitzer in Gang zu bekommen.
Die Rollläden sind repariert und gewartet worden. Ein Rollladen ging gar nicht mehr zu öffnen. Er geht jetzt wieder. Die Leute von der Rollladenfirma kommen aus Pomerode und sprechen Deutsch miteinander.
Der Wirlepool hatte ein kaputtes elektronisches Teil. Der Servicemann der Lieferfirma kam und meinte, es sei gar nicht kaputt. Jedenfalls wird jetzt ein Servicemitarbeiter von dort kommen, um das Becken noch mal zu säubern, es dann zu füllen und die Anlage richtig einzustellen, so dass der Pool in der bald anbrechenden heißen Zeit auch nutzen zu können. Auch gibt es jetzt endlich eine Überdeckungsplane, durch die das Wasser geschützt wird.
Vor der Küche und Waschküche ist im Außenbereich eine zweite Außenküche. Aurora möchte gerne diesen Bereich überdacht haben, so dass man dort auch bei Regen und Sturm sein kann. Auch dieses Projekt nimmt Gestalt an, ist aber noch nicht weit gediehen. Demnächst kommt ein Mitarbeiter der Rollladenfirma, um sich das Projekt anzuschauen, um uns einen Kostenvoranschlag zu machen. Das wird noch mal viel Geld kosten.
Telekommunikationstechnisch sind wir auch weiter gekommen, denn wir haben uns eine Prepaidkarte für unser Handy angeschafft. Unser Handynummer ist +55 47 97282782. In unserer neuen Wohnung haben wir im Haus ein WLan, jedoch möchten wir zusätzlich noch ein Festnetzinternet, was wir auch schon bestellt haben und was uns demnächst geliefert wird.
Ganz wichtig: Wir haben einen Elektriker gefunden, der dem Hörensagen nach sehr zuverlässig arbeitet. Er wird demnächst unsere Lampen (in unserer Wohnung brauchen wir 25 Lampen!) anbringen und die Maschinen (Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler) installieren. Wenn das stimmt, sind wir glückliche Menschen, denn - wie gesagt - sowas ist hier sehr selten.

Kurz: Wir fühlen uns sehr erfolgreich nach einer Woche Aufenthalt hier und sind darüber sehr stolz, denn es war nicht zu erwarten gewesen.

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