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12. November, Auf zum letzten Gefecht!

Morgen soll es soweit sein, dass der Container kommt und wir endlich wieder in den Besitz unserer Sachen kommen. Welch eine Freude, aber auch welch eine Aufregung. Und Aufregung gab es noch einmal, denn - wie Frau Gutschow von der Spedition Inderthal in Deutschland meinte - wir sind hier bekanntlich in Brasilien, wo alles einen etwas anderen Gang nimmt als in Deutschland. Das hat manchmal viel Charme, manchmal aber wird einem das auch etwas zu viel.

Am 6. November war uns bekanntlich der Container angekündigt worden. Er solle in 3 - 5 Tagen da sein. Am 11. November, also gestern begann ich mich aufzuregen, weil keinerlei Nachricht kam. Ärgerlich schrieb ich ins Facebook, ärgerlich schrieb ich zu Inderthals und ... es hat genutzt! Am späteren Nachmittag kam die Nachricht, dass der Container morgen, also am 13. November, um 9 Uhr angeliefert werden sollte. Große Freude! Dann lasen wir weiter über die Konditionen, die dabei herrschen sollten. Da wurden unsere Gesichter doch etwas länger, denn da hieß es: Sonderleistungen müssen extra bezahlt werden. Was aber sind Sonderleistungen? Aurora fragt in der brasilianischen Spedition nach und erhält die Antwort: Wenn etwas nicht in den Aufzug passt, sondern über die Treppen oder mit einem Seil hoch geschafft werden muss, ist das eine Sonderkondition. Dass also der Umzug wirklich zu Ende gebracht wird, ist nur über Sonderkonditionen machbar, denn es werden verschiedene Dinge nicht in den Aufzug passen. Wie hoch die Sonderleistungen sind, wird uns mit keinem Wort verraten. Vermutlich gehen die Hände dabei noch einmal weit auf.

Wir haben erst mal die Nacht drüber geschlafen und dann mit Protest reagiert. Wir verlangten von Inderthal, dass der Umzug vertragsgerecht durchgeführt wird. Von Sonderleistungen, die unumgänglich sind, war da nicht die Rede, lediglich von Hafen- und Zollabgaben, die wir bereits entrichtet haben. Was also passiert, wenn wir die Sonderleistungen nicht zahlen wollen? Wir haben es Inderthal und auch den Brasilianern unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass wir dazu nicht gewillt sind. Werden nun die Möbel einfach auf die Straße gestellt? Das wäre ein Vertragsbruch. Dann meinte die brasilianische Spedition, man wolle diese Teile erst mal auf unseren Parkplatz stellen, offen, für jedermann zugänglich. Klasse! Nun, Inderthal hat sich noch einmal eingeschaltet. Sie haben erst mal erreicht, dass die Dinge, die mit einem Seil hoch gezogen werden müssen, bei der Spedition eingelagert werden bis ein entsprechendes Seil gefunden wurde. Über die Sonderkonditionen müssen nun Inderthal mit den Brasilianern verhandeln. Uns ist es ziemlich egal, wie das ausgeht. Hauptsache, die Sachen kommen letztlich vertragsgerecht in der Wohnung an. Zwischenzeitlich sah es sogar so aus, als würde der ganze Einzug auf nächste Woche verschoben. Das aber hat die brasilianische Spedition abgebogen. Es soll morgen passieren.

Das Wetter hat sich inzwischen nach einem Zwischentief wieder beruhigt. Es weht zwar ein ziemlich heftiger Wind, doch die Sonne lacht von einem blitzblauen Himmel. So soll es auch morgen sein. Und es ist warm: rund 30°.

Wenn morgen der Einzug also stattfindet, kommt morgen Mittag ein Mensch der Firma Weiku, die bei uns eine Terrassenüberdachung auf der Küchenseite machen soll. Messungen stehen an. Passt eigentlich gar nicht, ist aber wichtig, zumal die ganze Sache auch sehr teuer ist. Und kaum sind wir mit dem Container fertig, fährt Aurora auf eine länger geplante erste Tour nach São Paulo, um Mutter und Schwester zu besuchen. Ich bleibe bei unseren Klamotten und den Katzen zurück. Aber kaum ist Aurora weg, kommt am Montag der Mensch, der unsere Klimaanlagen einbauen will. Zwei Tage hat er zu tun, und niemand ist da, der sich mit ihm kompetent unterhalten kann. Ich rede mit Händen und Füßen und hoffe, alles richtig zu verstehen. Wie man also unschwer erkennen kann, steht uns eine turbulente Woche bevor. Packen wir es an. Auf zum letzten Gefecht!

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