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20. November, Bald fertig

Ich sitze gerade in meinem neuen Arbeitszimmer, das auch gleichzeitig eine Art Gäste- oder Ausruhzimmer sein soll, denn da steht ein großer Schreibtisch mit allen PC-Utensilien, die man so braucht, und ein Bett. Es ist natürlich noch nicht fertig, aber ich ahne, wie gemütlich es sein wird. Und während ich hier schreibe, arbeitet im Nebenzimmer die Firma Pontal aus Itapema mit der neuen Klimaanlage. In allen Zimmern werden Splitter eingebaut, von denen aus Leitungen zu den Kühlgeräten auf dem Dach gehen. Sie kühlen gut und laufen leise. In meinem Zimmer ist der Splitter schon gesetzt. Heute früh kamen die Mitarbeiter der Firma völlig unerwartet, denn sie hätten eigentlich laut Verabredung morgen da sein sollen. Aber besser so als gar nicht.

Und im Stockwerk unter uns ist Gary, unser Möbelschreiner und -designer, dabei, in unserer Gästewohnung ein Bett einzubauen. Das alte Bett hatte den Holzwurm und musste darum entsorgt werden. Jetzt kommt ein neues Bett dorthin, das 140 cm breit ist und 190 cm lang. Richtig große Menschen können dort nur schwer schlafen, aber für Brasilien sind diese Maße üblich. Mehr würde auch gar nicht ins Zimmer passen, denn das Zimmer ist sehr klein.

Noch etwas Positives gibt es zu berichten, denn ich habe die Stifte für unser Regal gefunden. Sie waren an einem Platz, wo sie niemand vermutet hätt, nämlich in einer Plastikbox, in der Aurora ihre Nähsachen aufbewahrt. Dort gibt es Stoffe und Nähutensilien. In einer Plastiktasche sind dann ihre Schnittmuster und in eben dieser Plastiktasche waren auch die Stifte, mit deren Hilfe ich jetzt das Regal in der Waschküche fertig bauen konnte. Dadurch ist wieder viel Platz geschaffen, um Dingen ihren Raum zu geben. Verschwunden ist aber weiterhin eine der Glastüren des Bücherregals. Ich vermutete schon, dass die Packer sie vielleicht zwischen Matratzen gelegt haben, denn wir haben noch zwei Betten samt deren Matratzen nicht ausgepackt, weil sie woanders hin kommen. Doch hat sich diese Hoffnung nicht bewahrheitet.

Aurora ist auch wieder zurück aus São Paulo vom Besuch ihrer Mutter und Schwester. Ich habe sie heute vom Flughafen wieder abgeholt. Der Aufenthalt dort hat ihr gut getan und sie sieht jetzt alles ein wenig entspannter. Denn wir sind ja auch schon ziemlich weit gekommen. Wenn alles, was wir für andere mitgebracht haben, von jenen anderen auch abgeholt worden ist, dann ist die Wohnung schon viel wohnlicher und es gibt mehr Platz. Wenn dann noch alle Lampen, die jetzt noch überall liegen, dort angebracht wurden, wohin sie gehören, ist eine Ordnung sogar gut vorstellbar. Und wenn dann noch die Sache mit dem Wasser, das nicht richtig läuft, erledigt ist, dann wird der Freude keine Grenze mehr geboten. Noch läuft es nicht so, wie es laufen sollte, was den Betrieb der Waschmaschine und der Geschirrspülmaschine unmöglich macht. Der Druck ist trotz Verstärker noch zu gering. Auch läuft das heiße Wasser noch nicht so, wie es laufen sollte. Wir wissen nicht, woran das liegt und warten jetzt auf Rudi, der das richten soll. Rudi hat geplant, am kommenden Wochenende zu kommen.

Noch etwas sehr Schönes kann ich berichten und mich gleichzeitig bei allen Betroffenen bedanken, denn es gab zu meinem Geburtstag viele Anrufe aus Deutschland von Menschen aus der Andreasgemeinde und der Blindenarbeit, mit denen ich mich weiter verbunden fühle. Es tat gut, die Stimmen dieser wertvollen und lieben Menschen wieder zu hören.

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