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29. November, Fertig

Es ist endlich geschafft: Wir wohnen jetzt in unserer neuen Wohnung. Heute Nacht haben wir erstmals hier geschlafen. Aber es waren noch aufregende Tage zuletzt, denn es war doch noch viel zu erledigen.
Die Sache mit dem warmen Wasser hat Rudi ganz nebenbei erledigt, indem er den Durchlauferhitzer einstellte und das Wasser aufdrehte. Siehe da: das warme Wasser kam aus allen Hähnen, aus denen es kommen sollte. Fertig!
Die Lampen hingegen erforderten einen anderthalbtägigen Einsatz von Alex, einem Elektriker mit großen Fachkenntnissen. Alex machte sich am Donnerstag früh dran, die Lampen hoch zu bringen. Eine nach der anderen erstrahlte in der ihr zugedachten Helligkeit. Noch einmal mussten wir tief in die Tasche greifen, um alle die Glühlampen zu kaufen, die wir brauchten. Die im Lampengeschäft kannten uns schon, nachdem wir mehrfach dort vorsprachen. Das Gute aber war, dass Alex nicht nur die normalen Lampen aufhängte, sondern auch gleich die Vorrichtung schuf, um die Adventsbeleuchtung an ihren Platz zu bringen. So müssen wir in diesem Jahr nicht einmal darauf verzichten, womit wir nicht gerechnet hatten. Mein Eindruck am Abend des Donnerstags war, dass wir eine ausgesprochen gemütliche und festliche Beleuchtung haben, wenn es dunkel wird. Dann werden die Rollläden herunter gelassen und die Wohnung unterscheidet sich nicht viel von dem, was wir in Deutschland hatten, nur ist es eben sehr viel wärmer als dort. Damit es aber nicht zu warm wird, gibt es ja die Klimaanlage, die die Temperaturen ins Erträgliche mindert.
Unsere Aufgabe war, Alex bei der Arbeit zu helfen, Anweisungen zu geben und noch weiter aufzuräumen. Das Ergebnis aber versetzte mich an diesem Abend in Euphorie. So schön hatte ich nicht gedacht, dass es werden würde.
Am Freitag kam Alex schon um 7 Uhr, um seine Arbeit mit den Lampen auf der Terrasse fertig zu machen. Dazu brauchte er bis gegen 10 Uhr. Danach mussten wir noch weiter aufräumen, die Betten beziehen, Bilder aufhängen und vor allem noch einmal gründlich durch putzen. Das Putzen geht hier wegen des Steinbodens relativ einfach. Der Dreck ergibt sich schnell in sein Schicksal, beseitigt zu werden. Aurora ist darin eine Meisterin und lässt sich auch von mir, der ich es ja auch gewohnt bin, Hausmann zu sein, nicht viel helfen.
Abends aber war dann wirklich alles fertig und sauber und wir konnten daran denken, endgültig umzuziehen. Dazu waren einige Transporte aus der Übergangswohnung erforderlich und vor allem, die Katzen abzuholen, um sie an die wieder neue Umgebung zu gewöhnen. Also gingen wir in die Übergangswohnung. Dort waren die beiden inzwischen etwas misstrauischen Katzen den ganzen Tag alleine gewesen. Sie begrüßten uns freundlich. Susi kam gleich mal auf meinen Arm und schnurrte. Es war kein Problem, sie von meinem Arm aus in ihren Katzenkorb zu bekommen, den sie ja nun schon von der langen Reise her kannte. Sie schimpfte nicht einmal, sondern war zufrieden. Als aber Chico sah, dass Susi im Katzenkorb saß, flüchtete er in eine Ecke, die für uns absolut nicht zugänglich war. Alles Locken half nichts. Er war verschwunden. Also packten wir zunächst Susi und brachten sie in die neue Wohnung. Hier ließen wir sie frei und sie begann, mit schlagendem Schwanz die neue Umgebung zu erkunden. Wir ließen sie gewähren, stellten ihr Futter und Katzenklo bereit und sie nahm alles bereitwillig an. Ich selber aber machte mich noch einmal zurück auf den Weg zur Übergangswohnung, um nach Chico zu schauen. Dort angekommen, kam er mir gleich entgegen, strich um meine Beine als wollte er sagen: Nimm mich bitte auch mit, wo meine Schwester Susi ist, und lass mich nicht allein zurück. Also konnte ich ihn ohne Proteste packen und in seinen Katzenkorb stecken. Er folgte willig mit in die neue Wohnung. Hier angekommen, machte er gleich mal Bekanntschaft mit seinem Katzenklo, suchte und fand Susi, dazu auch Aurora und die Welt war nun für ihn in Ordnung. Sich auf den Boden drückend lief er von Zimmer zu Zimmer, um sich alles anzuschauen. Hilfreich für ihn war dabei, dass es draußen inzwischen dunkel geworden war.
Wir duschten erstmals in unserer neuen Dusche und schauten dann Nachrichten. Dazu ist zu vermelden, dass Aurora einen stärkeren Internetzugang bestellt hatte und somit ein sehr gutes Bild ohne Störungen zu empfangen war. Vorteil dieser Art des Fernsehens ist, dass wirklich nur das kommt, was man gewählt hat. Danach schaltet sich das Programm ab nund man muss ein neues wählen. Einfach so immer weiter in die Glotze gucken, geht nicht, denn der Lifestream ist zumeist nicht an oder aus rechtlichen Gründen hier nicht zu empfangen.
Die Nacht wurde dennoch sehr unruhig, weil Chico die ganze Nacht über miaute. Er sang eine Arie nach der anderen im kätzischen Stil, indem er ständig um unsere Betten strich. Es war zum Auswachsen und nichts und niemand konnte ihn stoppen. Dass wir nicht die ganze Nacht wach blieben, war nur unserer großen Müdigkeit zu verdanken. Jetzt am Tag schläft der Kerl natürlich! Wo er und Susi sind, wissen wir nicht. Wahrscheinlich sind sie in Auroras Zimmer, in dem die Rollläden noch unten sind.
Das erste Frühstück am Morgen war dann gegen 6 Uhr. Es war noch nicht ganz hell draußen und ich zündete Kerzen an. Es war sehr stimmungsvoll. Wir beide sind jetzt sehr glücklich, dass wir es geschafft haben und uns ein schönes Nest gebaut haben, in dem wir uns sehr wohlfühlen.

So ganz fertig sind wir doch noch nicht, denn Auroras Zimmer, in dem sie ihre Arbeiten erledigen möchte, ist noch nicht zu gebrauchen. Hier stehen noch abgeschlagen 2 Betten und anderes Zeug, was wegtransportiert werden muss. Erst wenn das geschafft ist, können wir ihr Zimmer wohnlich machen, die Bilder dort aufhängen und alles so machen, wie sie es braucht.

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