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20. Januar, Polizei

Eine kleine Episode von heute Mittag.

Wir sitzen am Mittagstisch, als es heftig an unsere Wohnungstür klopft. Aurora fragt, wer denn da sei. Die Polizei! Sie öffnet und draußen steht eine martialische Gestalt in Kriegsuniform, Springerstiefeln, schusssicherer Weste, Patronenhülsen am Körper, Revolver am Gürtel ... kurz: ein normaler Polizist! Im Gesicht sah er eigentlich eher fröhlich und freundlich aus, wie oft so junge brasilianische Männer aussehen, also ein wirklicher Kontrast zum Outfit. Auf Auroras Frage hin erzählte er folgendes. Ein Polizeiauto der Militärpolizei, die hier für die Verfolgung der Bürger zuständig ist und die es allenthalben und überall gibt, war hier durch unsere Straße gefahren. Dabei fiel ihnen auf, dass da plötzlich einige junge Leute zu rennen begannen. Die Polizei - nicht faul - nahm auf Verdacht die Verfolgung auf und stellte die Leute. Schnell merkten sie, dass sie es mit Einbrechern zu tun hatten, die irgendwo eingestiegen waren. Diebesgut wurde sichergestellt. Welch ein Erfolg. Ich erinnere mich daran, dass schon einmal Einbrecher in unserer Wohnung waren, als wir noch in Deutschland wohnten. Die waren ebenfalls auf frischer Tat ertappt worden und sind von unserer Wohnung direkt in ein ungemütliches, brasilianisches Gefängnis gebracht worden. Und so erging es wohl zufälligerweise auch diesen Einbrechern.

Der Grund, warum die Polizei nun vor unserer Tür stand, war der, dass man die Opfer des Einbruchs suchte, denn die sichergestellten Gegenstände konnten niemandem zugeordnet werden. Ob bei uns eingebrochen worden sei, war die Frage. Nein, war die Antwort, dieses Mal nicht. Gott sei Dank. Aber zwei Dinge kann man aus dieser kurzen Episode lernen:
1. Für uns: Manchmal ist die Polizei schneller im Bemerken eines Verbrechens als die Opfer.
2. Für die potentiellen Einbrecher: Geht woanders hin, denn diese Straße bringt euch kein Glück und der Weg von der Rua Gavião ins Gefängnis ist eine ziemlich kurze Einbahnstraße.

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