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31. Januar, Sommer und Katzen

Es ist wirklich Sommer! Seit mehr als einer Woche sind die Temperaturen und die Sonnenstunden auf dem Maximum angelangt. Im Fernsehen wird über São Paolo gesagt, dass es der heißeste Sommer seit Jahrzehnten sei, dass die Temperaturen täglich auf den Straßen bei 35° liegen und die Luftfeuchtigkeit bei 15%. In Bombinhas sieht das ähnlich aus, wenn auch die Luftfeuchtigkeit nach eigenen Messungen zwischen 40 und 80 % liegt weil wir hier am Meer leben. Dafür ist die Sonneneinstrahlung enorm. Aurora hatte vor drei Tagen wohl zu viel die Terrasse geputzt mit dem Ergebnis, dass sie trotz Kopfbedeckung einen Sonnenstich bekam, der sie vorgestern und gestern ins Bett warf. So konnte ich alle meine neuen Worte, die ich über Babbel gelernt hatte, gleich anwenden: vomitar = kotzen, enjôo = Übelkeit, doente = krank usw. Von allem war bei Aurora etwas dabei.
Heute nun ist es besser geworden und sie hat erstmals wieder gefrühstückt. Gott sei Dank.
Einen Effekt hatte dieses Krankenlager, denn Aurora hat erlebt, dass das Haus nicht komplett verdreckt ist, obwohl sie 2 Tage lang nicht geputzt hatte. Das hat sie gefreut … und mich nicht minder.
Für uns bedeutet die Hitze vor allem, dass wir rundum je nach Sonneneinstrahlung die Rollläden runter und die Klimaanlagen laufen lassen. Bis vorgestern sind wir dann außerdem noch in den Pool gegangen, um uns zu erfrischen, doch geht das jetzt auch nicht mehr, weil das Wasser tagsüber 33° und mehr warm ist und damit keineswegs mehr erfrischend. Es ist zwar noch nass, doch nass sind wir auch ohne den Pool durch den körpereigenen Schweiß.
Sich daheim einschließen. Das ist auch deswegen nötig, weil seit Tagen der Aufzug kaputt ist. Das hat eine negative und eine positive Seite. Die negative ist, dass wir relativ isoliert sind. Man überlegt sich jeden Schritt vor die Tür, wenn es so heiß ist. Und wenn dann auch noch die Treppen in den 4. Stock zu laufen sind, überlegt man gleich zweimal. Positiv ist, dass es derzeit kaum Vermietungen im Haus gibt. Niemand will eine Wohnung ohne Aufzug mieten. Auch uns sind dadurch schon Vermietungen abhanden gekommen. Das ist zwar ökonomisch nicht gut. weil wir dadurch täglich knapp 90 € Einkommen verlieren, schafft uns aber eine herrliche Ruhe. Das war besonders in den letzten Tagen bei Auroras Krankheit wichtig.
Die Hitzewelle soll laut Fernsehen noch bis zum 12. Februar anhalten. Wir werden auch das überleben.

Die beiden dicken Haarigen bei ihrer Lieblingstätigkeit

Wie nun gehen die Katzen mit der Hitze um? Oder allgemein: Was ist überhaupt mit den Katzen?
Vorab: Susi war krank. Nur Susi wird immer wieder mal krank, so dass wir zum Tierarzt müssen. Chico ist nicht nur viel größer und dicker, sondern auch wesentlich robuster. Susi also hatte eine Hautkrankheit, wegen der wir bei der Tierärztin waren. Die hat sich das angeschaut, Proben genommen, aber letztlich nichts gemacht. War auch nicht nötig, weil sich das von alleine gab. Aber als wir vom ersten Tierarztbesuch heim kamen, fing Susi am nächsten Tag an zu humpeln. Sie hält dabei – und sie macht das noch immer, obwohl es jetzt schon 2 Wochen her ist – ihr rechtes Vorderbein angewinkelt vor sich, so dass man meinen könnte – je nach Veranlagung: „Schau mal, was ihr mir angetan habt, als ihr mich zum Tierarzt brachtet! Schämt euch!“ – oder: „Hier ist meine Pfote! Guten Tag!“ Mal humpelt sie auf 3 Beinen, mal tritt sie dennoch mit allen 4 Pfoten auf. Aber etwas ist sicher: Susi ist seitdem wesentlich fauler geworden. Sie liegt Tag und Nacht nur noch herum. Anfangs versteckte sie sich, weil wir sie ein zweites Mal wegen der Pfote zum Tierarzt gebracht haben (übrigens hat sie mir das sehr persönlich übel genommen, denn sie hat mich zwei Tage lang behandelt, als wäre ich ihr Henker), jetzt aber liegt sie auf dem Sofa. Jede Aufforderung, nicht so faul zu sein, gleitet an ihr ab. Susi liegt, geht zum Fressen und legt sich wieder hin. Kein Wunder, dass sie immer dicker wird.
Chico ist zwar beweglicher, macht auch mehr, doch auch er neigt eher zur Bequemlichkeit. Das mag alles auch an der Hitze liegen, denn tagsüber sind beide Katzen kaum zu sehen, schon gar nicht in Bewegung, nur wird Chico dann wenigstens nachts aktiv. Besonders gerne möchte er dann von Aurora gefüttert werden.
Beide Katzen haben seit dem Umzug an Leibesumfang ordentlich zugelegt. Sie werden inzwischen mit Namen wie: „die beiden haarigen Dicken“ bezeichnet und alle finden, dass der Name gut passt. Dick sind sie und haarig. … und wie viele Haare sie haben! Chico verteilt sie in der ganzen Wohnung und treibt Aurora zu Extraputzdiensten an. Wir haben einen Tierkamm, mit dem wir ihr Fell täglich mehrfach kämmen und lose Haare entfernen. Das ist auch nötig, denn immer bleibt ein Filzteppich im Kamm hängen … und die Katzen, die sich anfänglich sträubten, genießen es inzwischen. Kommen wir mit dem Kamm, werfen sie sich auf den Rücken oder die Seite und fangen an zu schnurren.

Die beiden haarigen Faulen beim Erholen nach dem EssenChico wäre gerne eine Sphinx

Susi ist vor allem in dieser Position anzufindensie sitzt mit angewinkelter Pfote

So endet der Januar, der so stürmisch und laut begonnen hat, heiß aber still. Es ist der erste Sommer-Januar in meinem Leben. Mögen dem noch viele folgen.

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