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9. Februar, Peixaria - das Fisch-Fach-Geschäft

Wir leben hier am Meer, genauer gesagt: wir sind hier bis auf ein Landenge vom Meer umgeben. Also gibt es hier auch viel Fisch. So könnte man meinen, doch habe ich inzwischen gelernt, dass es in ganz Brasilien eigentlich nur sehr wenig Fisch gibt. Sogar Peru holt aus dem Meer 7 Mal mehr Fisch wie Brasilien heraus, obwohl es dort wesentlich weniger Menschen und kaum Küste gibt. Das liegt daran, dass es in den warmen Gewässern der brasiliani-schen Küste kaum Nährstoffe für Fische gibt. Die wachsen vor allem in der Antarktis, wo dann auch die wahren Fischgründe liegen. Die kalten Meeres-strömungen reichen nur bis nach Südbrasilien, also ziemlich genau bis nach Bombinhas. Danach setzt ein vom Äquator aus Norden kommender, warmer Meeresstrom, der Brazilstrom, ein, heizt das Wasser auf und drückt die kalten Gewässer mit den Nährstoffen für Fische an den Meeresgrund. Oben ist das Wasser warm und sehr salzhaltig. Das mögen wohl die Touristen, aber Fische haben das nicht so gerne, weil sie da auch kaum Fressen haben. Da aber Fische auch nur wie Katzen und Menschen sind, also möglichst nahe an den Fresströgen leben, sind in den brasilianischen Gewässern, je nördlicher man kommt, umso weniger fischreich. Für Brasilien hat das zur Folge, dass sich ein industrieller Fischfang nicht lohnt. Das aber macht die Fischerei hier aus-gesprochen menschen- und naturfreundlich. Die Fischer sind noch selbstän-dig, beliefern allenfalls eine kleine, lokale Fischfabrik, verkaufen aber ihre Fänge, die sie nachts oder in den frühen Morgenstunden machen, in eigenen Fischgeschäften, einer Peixaria. In Bombinhas gibt es noch viele dieser selb-ständigen Fischer. Besonders im Stadtteil Zimbros sind sie daheim. Folglich ist jedes 5. Haus dort eine Peixaria, in der man den tagesfrischen Fisch nach Saison kaufen kann. Für Fischliebhaber ist Bombinhas ein Paradies. Gestern nun waren wir auf Erkundungsfahrt mit Malvina, André und Grazy und haben mit ihrer Hilfe die beste und sauberste Peixaria vor Ort gefunden. Sie liegt in Zimbros und verkauft eben das, was der Mann im Haus täglich aus dem Meer mitbringt. Das sind diverse Fischsorten und Krabben aller Größen. Die Preise liegen bei 1 Kg frischer Krabben bei 18 Reais, also vielleicht 5,50 Euro. Das ist bezahlbar.
Wichtig ist, dass das Geschäft absolut sauber ist, denn bei diesen Temperaturen hat man sich schnell diverse Fipps geholt, was man tunlichst vermeiden sollte. An den Wänden stehen Styroporkisten, in denen der mit Eis gekühlte Fisch aufbewahrt wird. Die Fische werden immer komplett verkauft, jedoch dann im Geschäft ausgenommen und filetiert. Er kostet zwischen 10 und 20 Reais pro kg.
Hier sind die Fotos vom heutigen Kauf in der Peixaria. Die Verkäuferin ist Die Verkäuferin ist „dem Fischer sei' Frau“!

Unser Auto vor der PeixariaDer erste Eindruck

VerkaufsgespächAn der Kirste mit den Krabben

Unser Einkauf für heuteDer Einkauf wird gewogen

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