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11. April, Bauarbeiten

Vorab eine kleine Geschichte am Anfang: Heute klingelte, nachdem wir gerade vom Strand zurück gekommen waren, das Telefon und der Besitzer einer Fensterbaufirma, zu der Aurora gestern Kontakt gesucht hatte, rief an, er wolle sich sofort mit Aurora treffen. Aurora bat um 20 Minuten. Er willigte ein. Ich fuhr Aurora nach einer Schnelldusche zum verabredeten Treffpunkt, wo sie jetzt noch steht und wartet. Ein Anruf ergab, dass er zwar komme, jedoch gerade mit Anderem beschäftigt sei.
Das ist ein typisch brasilianisches Zeitmanagement: Man hat eine To-Do-Liste, die man abarbeitet. Morgens schaut man drauf, um den Tag zu planen (länger auf keinen Fall, denn wer weiß, was morgen ist?!): Was mache ich? Aha, diese Arbeit kommt zuerst. Klappt es nicht, kommt der nächste Punkt auf der Liste dran. Vielleicht klappt das, was man sich zuerst vorgenommen hat, danach. Wenn jetzt Aurora dort wartet, hat sie eine Chance, dass sich das Warten irgendwann im Laufe der Zeit lohnt. Wartet sie nicht, ist das Projekt gescheitert. (Sie hat gewartet und es gelang, was sie sich vorgenommen hat.)

Das ist also eine der Baustellen. In unserer Wohnung haben wir ebenfalls eine Baustelle: Die deutsche Firma Weiku mit ihrem brasilianischen Sitz in Pomerode, einem kleinen Ort in der Nähe, ist beauftragt worden, unseren Wintergarten zu bauen. Im Oktober war der Auftrag erteilt worden. Bezahlt wurde auch schon, so dass jetzt die Bauarbeiten überfällig waren. Zwei deutschsprachige Handwerker aus Pomerode sind da, um die vielen Einzelteile, die vor einigen Tagen angeliefert wurden, dorthin zu bringen, wohin sie gehören.

Die beiden Handwerker von Weiku bei der ArbeitDas halbe Dach wurde gestern fertig

Die Firma Weiku ist in Bezug auf Bauarbeiten unsere Lieblingsfirma, weil sie ausgesprochen gute Qualität bietet. Der Preis allerdings liegt ziemlich weit über dem der einheimischen Konkurrenz. Die Fenster, Türen und auch Wintergärten, die sie bauen, sind nicht aus dem hier üblichen Aluminium, sondern aus PVC, was auch durch die hiesige Witterung nicht angegriffen wird. Auch ist uns wichtig, dass der Wintergarten den ziemlich starken Stürmen in dieser Ecke gut stand hält.
Heute sind sie nun am dritten Tag hier und das Dach beginnt, fertig zu werden. Wir alle sind begeistert: Ich staune, Aurora staunt, Chico staunt.
Demnächst werden wir noch durch Weiku vor unserer Schlafzimmertür und dem Badezimmerfenster eine Insektentür bauen lassen, die uns die Mücken auch nachts bei geöffneter Tür fern halten.

Aurora stauntChico staunt

Weniger begeistert sind wir von den Bauarbeiten am Strand. Dort wird – ich schrieb es schon – ein Strandweg für Fußgänger und Radfahrer gebaut. Ich verstehe nicht, wozu das nötig ist, denn man kann am Strand selber sowohl bequem laufen, als auch Rad fahren. Aber anscheinend muss es sein. Und so hat man begonnen, die Vegetation, die unserem Strand grün hielt, zu beseitigen. Mit inzwischen 3 Bulldozern wird beiseite geräumt, was im Weg ist. Es wird nicht eher geruht, als bis der Strand wie die Sahara aussieht. Es tut weh zu sehen, wie alte, große, wunderschöne Palmen umgelegt und ihres Wurzelwerks beraubt wurden. Es tut weh zu sehen, wie kahl nach fertiger Arbeit der Strand wird, schutzlos der prallen Sonne ausgeliefert. Es tut auch weh zu sehen, wie viele Bäume noch diesem Wahnsinn zum Opfer fallen werden, bis der Strand endgültig in einen toten Sandstreifen verwandelt worden ist. Nun muss man natürlich auch zugestehen, dass Baustellen niemals schön aussehen. Sicherlich wird dort auch viel neu angepflanzt werden, doch wird es dauern, bis es hier wieder einigermaßen schön wird. Und wozu?

Noch ist der Strand am Rande grünWas wird nur mit den Bäumen?

Die Palmen sind schon umgelegtDie Wüste breitet sich aus

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