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2. Mai, Geschichtsstunde

Gestern Abend waren wir zu Gast bei Ilonca und Gustavo Krieger. Wir hatten uns im Gottesdienst kennengelernt und Gustavo hatte sich danach unser etwas angenommen, um uns in die Gemeinde mehr zu integrieren. Entstanden ist daraus eine Freundschaft. Für ihn war es überraschend, dass ich Pfarrer war, wobei er mir die gleiche Überraschung angedeihen ließ, denn auch er ist ein pensionierter Pfarrer, älter als ich und seit etlichen Jahren in Pension. Schon mit 15 Jahren begann er, sich für die Theologie zu interessieren. Auch da gibt es zwischen uns Parallelen. Er aber lernte und studierte in Südbrasilien, wobei er wegen des Studiums Deutsch lernen musste. Damals wurden die Vorlesungen und Seminare zumeist von Deutschen geleitet, die auch in Deutsch unterrichtet haben. Nur, wer Deutsch konnte, konnte also studieren. Heute spricht er Deutsch, als wäre er ein Deutscher, und seine Frau steht dem nicht viel nach. Es war also ein deutschsprachiger Abend, den wir gemeinsam verbrachten. Gustavo hat an verschiedenen Orten in Südbrasilien gelebt und gewirkt. Er erzählte von seiner ersten Gemeinde in der Nähe von Foz do Iguaçu, wo es, als er zusammen mit seiner frisch angetrauten Ilonca dorthin kam, weder fließendes Wasser, noch Elektrizität gab. Das war ein raues Leben und sehr basic. Ich selber kenne sowas aus Tansania, wo es auf dem Lande auch heute noch so ist und wahrscheinlich auch – im Gegensatz zu Brasilien – bleiben wird.

Ilonca und Gustavo haben sich Anfang der 70er Jahre in Bombinhas ein Grundstück am Strand gekauft und darauf kleine Häuschen gebaut. In einem Haus wohnten sie, die anderen vermieteten sie. Es war wohl so eine Art Nebenerwerb neben der Pfarrstelle, denn das Pfarrgehalt reicht hier nicht weit.

Zwei der Häuser des Ehepaars Krieger

Auf diesem Grundstück fand dann auch viel kirchliches Leben statt. Hier wurde die evangelisch-lutherische Gemeinde von Bombinhas gegründet. Hierher wurden damals schon Gemeindeausflüge organisiert. Hier traf man sich zu Arbeitswochenenden, die Kindergottesdiensthelfer kamen wie auch die Konfirmandengruppen.

Der Sandstrand reicht bis zum Ufer des TeichsDer Teich umgeben von Grün

Auf dem Grundstück war auch ein kleiner Teich, bis an dessen Ufer der Sand vom Strand reichte. Insgesamt war es ein recht großes, vertikal zum Strand liegendes Stück Land, gelegen in noch existierendem Wald und umgeben von viel Grün. Damals sah aber auch die ganze Gegend noch sehr ursprünglich aus.

Luftbild auf den damaligen Strand

In der Nachbarschaft entstand eine Häuserzeile mit versetzten Häuschen, so dass man von jedem Haus einen Blick auf das Meer hat. Es lag am Rande des nördlichen Berges ziemlich am Ende des Strandes, wo der Strand in ein felsiges, bergiges Gelände übergeht.

Aber ganz Bombinhas sah damals noch sehr anders aus.

Der Strand damsls 1974

Hier ist ein Überblick vom nördlichen Berg aus auf Bombas. Das Bild entstand Anfang der 70er Jahre. Damals war gerade die Elektrifizierung des Ortes in Angriff genommen. Schon standen die Masten für die Leitungen, jedoch waren die Leitungen noch nicht gespannt. Man lebte also noch ohne Elektrizität. Man sieht aber schon, wo die Rua Leopoldo Zarling, die Hauptstraße, verläuft.

Überblick über den damaligen Ort

Damals war Bombinhas noch ein Stadtteil von Porto Belo und vor allem ein Fischerort, was es ja heute noch ist. Der Tourismus war noch ganz in den Anfängen begriffen, wie man auch den Bildern entnehmen kann. Am Strand sind schon sehr viele Menschen zu finden, die dort das Strandleben suchen.

Der Strand war schon Mitte der 70er Jahre stark belebtDer Strand damsls

Vor einigen Jahren wurde das Grundstück für das Ehepaar Krieger zu groß, denn es erforderte viel Arbeit und Pflege. Darum haben sie es verkauft. Die Türen und Fenster wurden für den neuen Kirchenbau der Evangelischen Gemeinde genommen. Ebenso die Küche. So ist der jetzt schon bestehende Gemeindesaal, auf den dann die Kirche gebaut werden soll, durch Kriegers eingerichtet worden. Kriegers selber zogen in ein neues Haus in Itapema, in dem wir sie nun besuchten.

Wie sieht das Grundstück in Bombas nun heute aus? Der Grundstückzuschnitt hat sich seitdem geändert, so dass die genauen Grenzen jetzt nicht mehr festzustellen sind. Die versetzte Häuserzeile existiert heute noch. Dahinter entsteht auf dem Grundstück ein neues Apartmenthaus. Die kleine Brücke vom Strand aus führt über ein Feuchtgebiet, das vielleicht dem zugeschütteten Teich entstammt

Die versetzte Häuserreihe mit dem Neubau auf dem Grundstück der KriegersDiese kleine Brücke führt wohl über ein Feuchtgebiet, das dem zungeschütteten Teich entspricht

Zum Vergleich zu heute habe ich dann auf dem Trilha von der gleichen Stelle, an der die beiden hochkantigen Fotos entstanden, fotografiert.

Bombas heute

Bombas heute

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