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4. Mai, Messe

Einladungsplakat zur MesseFür das alte Bombinhas war es das größte Ereignis überhaupt und für das neue Bombinhas ist es noch immer einer der Höhepunkte des Jahres, wenn die Fischereisaison beginnt. Im Sommer sind die Gewässer rund um Bombinhas zu warm. Jetzt im Herbst reichen die kalten Strömungen, die von der Antarktis kommend an Argentinien vorbei fließen, bis in diese Gegend. Und mit der kalten Strömung kommt der Fisch. Im Mai handelt es sich dabei um einen besonderen Fisch: den Tainha (ausgesprochen: Ta-inja). Auf Deutsch heißt er Meeräsche. Der Tainha ist ein Schwarmfisch, 30 – 60 cm lang und kommt den weiten Weg aus Afrika über den Atlantik, weil er in den kühlen Gewässern gut zu fressen findet. Im Mai ist er dann jedes Jahr da, so dass heute am ersten Sonntag im Mai die Fischereisaison mit einer Messe eröffnet wird. Ich habe mich durch ein Plakat dazu einladen lassen. Auf dem Plakat steht: „Eröffnung der Tainha-Fischerei. 04.05.2014 am Strand von Bombas. Die katholische Gemeinde und die Stadtverwaltung lädt dazu ein.“

 

Gegen 9.30 Uhr ging ich den Strand hinunter zur bezeichneten Stelle. Die Vorbereitungen waren schon in vollem Gange. Die Messdiener eilten an die Stelle, von der die Prozession ausgehen sollte. Die Menschen fanden sich ein, die Boote waren frisch gestrichen. Die Sonnenzelte aufgebaut und geschmückt. Ich fand noch einen Platz und bekam auch ein Liedblatt, obwohl ich kaum mitsingen konnte.

Der Altar war geschmückt. Es ist wohl auch gerade Erntedankfest. Die Fahnen von Brasilien, Santa Catarina und Bombinhas durften nicht fehlen.
Während vorne Gottesdienst gehalten wurde, hörte man von hinten das Meer weiter brausen. Der Badebetrieb ging weiter.

 

Messdiener eilen an ihren Platz in der Prozessionalles ist hübsch vorbereitet

Der AltarDie Fahnen

Das Meer im Hintergrunddie frisch gestrichenen Boote

Die Messe begann mit einer Prozession, vorne weg liefen die Engel gleichen Messdiener-Kindern. Es folgte die Fischereifahne, das Heilige Paar und dann die Gläubigen, die das Lied der Fischer sangen.

Die ProzessionDas Heilige Paar

In der Tat hatte es der Pfarrer mit dem Gottesdienst recht einfach, denn Fischer spielen bekanntlich bei Jesus eine hervorragende Rolle. Und so handelte der Gottesdienst viel von Fischen, vom Fischen, von Fischern, von den Jüngern und deren besondere Sendung. Schon im Eröffnungslied hieß es: „Há um barco esquecido na praia, já não leva ninguém a pescar, é o barco de André e de Pedro, que partiram pra não mais voltar.” (Es liegt ein vergessenes Schiff am Ufer. Das nimmt jetzt keinen Fisch mehr auf. Es ist das Schiff von Andreas und Petrus, die weggegangen sind und nicht mehr zurück kommen.)

EucharistieAusteilung

Die rund 200 Menschen singen mit lauter Stimme und in tiefer Andacht. Der Predigttext aber war die Geschichte von den Emmausjüngern, wobei der Pfarrer bei den Fischern anfing. Vielleicht/Wahrscheinlich meinte er, seien wohl die Emmausjünger auch Fischer gewesen, wie die anderen Jünger zumeist auch.
Die Eucharistie wurde gefeiert und der Danktisch bereitet, indem einige Fischer kleine Boote und Früchte zum Altar brachten.

Das Fischernetz wird über der Gemeinde gespanntHände greifen nach dem netz

Der Gottesdienst endete damit, dass wir alle mit Netzen gefangen wurden, wie Petrus als Menschenfischer tätig war. Ein Netz lief über uns von Hand zu Hand und nahm uns alle auf. Das war ein sehr schönes, feierliches Symbol.

die Bildwand mit Bildern der Verstorbenender Gabentisch

Schön war auch, dass die alten und schon gestorbenen Fischer wenigstens im Bild dabei waren.

Welch ein schönes und feierliches Erlebnis! Nachdem ich an dieser Messe teilgenommen hatte, habe ich jetzt das Gefühl, wirklich in Bombinhas, dem Fischerort, angekommen zu sein.

Raketen steigen in die Luft

Die Krönung aber am Ende war, dass es wieder einen Raketenangriff auf mein Gehör gab, mit der die Fischer kundtaten, dass sie ebenfalls den Lärm lieben. Daraufhin habe ich mich schnell verabschiedet.

 

 

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