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25. Mai, Fischers Fritz ...

Gerade hatten wir Moises auf unserem Strandgang getroffen, der uns sagte, dass es heute bestimmt zu einem guten Fischzug käme, weil das Wetter danach sei und der Wind und die Strömung. Und da sahen wir auch schon, wie eins der Ruderboote vom Ufer ablegte. So wurden wir Zeuge, wie Fischers Fritz (hier heißt er eher João) frische Fische fängt.

Wir waren heute etwas später dran, weil wir noch abwarten wollten, bis es draußen etwas wärmer geworden ist. Erst gegen 9.30 Uhr gingen wir also los. Aurora sagte noch, als wir los liefen, dass wir uns beeilen sollten, denn das Hähnchen im Ofen müsse nach einer Stunde raus.

Rinderrippen auf dem GrillMoises

Am Strand war viel los. Da wurde für eine ganze Mannschaft ein Rind gegrillt, viele Spaziergänger waren unterwegs und es war eine sehr familiäre Atmosphäre. Wir ließen uns gerne davon anstecken, grüßten rechts und links und sprachen über die Schönheit des Lebens und des Soseins in Bombinhas. Dann trafen wir unseren Freund Moises, der uns noch einmal erklärte, wie der Fischfang organisiert ist. Und während er erklärte, meldete sich sein Sprechfunk, dass es los geht. Die Gruppe eines benachbarten Puxadinhos war in die Boote gesprungen, nachdem es die Fischer ins Wasser geschoben hatten und ruderten los. Sie zogen dabei ein Netz hinter sich her.

„Ach so“, dachte ich, „so funktioniert das also!“

Das Boot fährt einen BogenDAs Boot legt das Netz aus

Das Boot fuhr einen großen Bogen bis ungefähr 50 m vom Ufer entfernt. Am Ufer hielten starke Männerarme das Netz fest, das vom Boot aus in einem weiten Bogen ausgespannt wurde. Als das Boot dann zurück an Land war, packten wieder einige Männer zu und nahmen das andere Ende des Netzes entgegen. Und nun wird am Ufer an beiden Enden des Netzes gezogen. Das Netz selber geht bis auf den Grund des Meeres. Die Fische befinden sich, so die Hoffnung, nun in diesem großen Bogen, der vom Ufer aus durch das Netz beschrieben wird. Langsam wird dieser Bogen verkleinert, indem das Netz nach und nach eingeholt wird. Es wird zunehmend enger für die Fische. Etliche machen einen Sprung ins Freie, begleitet von den begeisterten Rufen der Frauen am Ufer und den entgeisterten Rufen der Fischer, die nun eilen, das Netz hoch zu heben. Als dann schließlich das Netz eingeholt war, waren etwa 50 zappelnde Fische, Tainhas, drin. Aurora und ich schlichen uns weg, denn der Anblick war für uns recht bedrückend.

Die Männer ziehen am UferDie Männer ziehen am Ufer

Das Boot ist zurück, jetzt wird an beiden Enden gezogenJetzt wird an beiden Enden gezogen

Das Bootes wird weiter gezogen

Einzelne Fische springen aus dem Netz, das angehoben wirdDer Bogen wird enger

Das Ufer ist erreichtDie Fische im Netz

Und während das Netz eingeholt wurde, kam unser Friedrich von Eschersheim, der sich bei dem schlechten Wetter der vergangenen Tage verkrochen hatte, angelaufen. Er war ein wenig wacklig auf den Beinen, aber sein Fell war deutlich besser geworden. Beides ist wohl die Folge der Spritze, die er bei Dona Gisela erhalten hatte. Jedenfalls haben wir beschlossen, dass Friedrich von Eschersheim auch mit dem Kurznamen Friedrich der Große gerufen werden darf. Er wurde von Aurora erst mal gründlich gefüttert, damit er wieder zu Kräften kommt.

Die Fische springen und zappeln, aber es hilft nichtAurora füttert Friedrich den Großen von Eschersheim

Im Ofen war noch der Hahn! Schnell wurde ich los geschickt, schon mal vorzulaufen, um den Ofen auszumachen. Es gelang, noch bevor die Wohnung in Flammen auf ging und der Hahn verbrannt war. Gott sei Dank! Mittags ließ sich nun das Fleisch leicht von den Knochen trennen. Und alles wird gut.

 

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