Zur Hauptseite Döring

Sonntag, 7. September: Geschwistertreffen

Der absolute Höhepunkt meiner Reise zur Familie war natürlich das Geschwistertreffen am gestrigen Samstag. Schon um 11 Uhr waren fast alle da und so folgte das Treffen einem Rezept, das sich bei uns gut bewährt hat: Für den Rahmen und das Essen sorgt Schwester Monika, die Jüngste. Sie hat all sowas hervorragend im Griff. Man merkt kaum, wie sie das macht, aber alles war top in Ordnung. Das einzige, was sie nicht regeln konnte, war der Fleiß und Eifer des Nachbarn, der diesen Samstag dazu nutzte, in seinem an Monikas Garten grenzenden Mäuerchen zu bauen, wozu er natürlich eine Betonmischmaschine brauchte, die einen geradezu brasilianischen Geräuschpegel erzeugte. So waren wir gezwungen, trotz herrlichen Sonnenscheins das Treffen nach innen zu verlegen und alle Türen und Fenster zu schließen. Das nächste Geschwistertreffen bei Moni, so haben wir uns geschworen, wird an einem Sonntag stattfinden, wenn selbst der Nachbar seine rührigen Hände in den Schoß legt und seine Aufmerksamkeit gänzlich Frau und Kind widmet.

Das Programm des Treffens ist schon recht ritualisiert: Man setzt sich in einen großen Kreis und jeder Familienpart erzählt von sich das, was er die anderen wissen lassen möchte. Alle anderen hören intensiv zu und stellen bei Bedarf Fragen, So war es auch dieses Mal. Beginnend bei Christel, meiner ältesten Schwester, wurde von oben nach unten erzählt, wobei es von mir am wenigsten zu berichten gab, weil ja alle dank des Erlebnisbuches im Bilde waren. Nachteil dieser Regelung war allerdings, dass sich die Ältesten gut äußern konnten, während für die Jüngsten kaum noch Konzentration vorhanden war. Schade fand ich, dass meine Patentochter und Nichte Christine, die Tochter meiner jüngsten Schwester Monika, gar nicht mehr zu Worte kam, weil sich die Runde kurz vorher auflöste. Die Luft war draußen, die Konzentration verschwunden. Ob wir das nächste Mal bei den Jüngsten beginnen sollten?

Zwischendurch wurde gegessen und in kleinen Grüppchen geschwätzt. Dann kamen allgemeine Familienangelegenheiten zur Sprache, wobei ein Punkt die Fortsetzung des Erlebnisbuches war. Denn dieses Buch war für einige von uns ein Anlass zu mehr Offenheit und Mitteilungsbereitschaft anderen Geschwistern gegenüber geworden nach der Devise: Wenn der Hans-Georg so viel über sich verbreitet, kann ich das auch! Wir waren deswegen irgendwie näher zusammen gerückt, was wir alle als durchaus bereichernd empfanden.

Nach diesem Austauschteil gab es dann noch einmal die Gelegenheit, sich mit Bombinhas und den Bildern von dort vertraut zu machen. Ich hatte schon in Brasilien eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, die ich vor allem in der Gemeinde halten würde.

Die Geschwister brachen erst gegen Abend wieder auf, obwohl sie teilweise noch lange Wege vor sich hatten. Alle stimmten darin überein, dass sie das Treffen sehr genossen hatten und froh sind, sich auf diese Weise einmal jährlich zu treffen und auszutauschen.

Ich selber habe das Treffen ebenfalls sehr genossen, war aber danach ziemlich platt. Gleich nach dem Abschied der letzten Gäste ging ich darum ins Bett, um dann eine fiebrige, schlechte Nacht zu erleben und einen ziemlich kranken Tag danach. Es war ein regelrechter Zusammenbruch. Gott sei Dank aber war er recht schnell vorüber dank der Pflege meiner Schwester Monika und der Medizin meiner Schwester Eva-Maria, die von Beruf Heilpraktikerin ist.

Zum Seitenanfang