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Mittwoch, 10. September: müde

Jetzt war ich also krank gewesen, wenigstens einen Tag lang. Aber auch danach war ich sehr müde und ich habe vor allem viel geschlafen. Das lag, wie ich später feststellte, daran, dass ich auf Grund der Aufregung in Brasilien vor der Reise einen erhöhten Blutdruck bekam, gegen den ich mit meinem früher gebrauchten Blutdruckmittel anging. Was ich nicht so im Blick hatte, war, dass mit dem Antritt der Reise der Grund für den Bluthochdruck eigentlich weg war und das Mittel bei mir einen zu niedrigen Blutdruck erzeugte: 70 zu 105. Später fragte mich der Arzt, ob ich nicht ziemlich benommen sei. Das war ich in der Tat. Nach Monis Zählung, bei der nach jedem Schlaf ein neuer Tag beginnt, war ich in der ersten Woche bestimmt schon gleich drei Wochen da.

Ein anderer Grund aber war wohl auch die Ernährungsgewohnheit meiner Schwester in Bezug auf Kaffeegenuss. Ich trank bei ihr wirklich guten, starken Kaffee, wenn ich es vermied, ihr „braunes Wasser“ (Zitat aus dem Film: Out of Rosenheim), das sie für sich selber kochte, zu mir zu nehmen. Espresso war angesagt, bis mir meine Schwester, die liebe, verriet, dass die Bohnen im Espressoautomaten entkoffeiniert waren. Wie aber soll man mit einem solchen Kaffee seinen Blutkreislauf in Gang bekommen? – Ich kann das nicht und verschlief darum gar manche Stunde des Tages. Übrigens stellte sich dann heraus, dass lediglich ihre braune Brühe Koffein enthielt, auch wenn sie eher bäh als lecker war.

Gefördert wurde die Verschlafenheit auch noch durch den Jetlag, nach dem ich 5 Stunden meiner Zeit hinterher hinkte. Aber entscheidend war das nicht, denn nachts habe ich auch gut geschlafen. So konnte meine Schwester gut über mich ablästern, über das Wort „Ruhestand“ philosophieren und mich zur Schlafmütze des Jahres küren.

Etwas habe ich aber immer geschafft: Ich konnte mit meinem iPad mit Aurora skypen. Für die Nichtwissenden: Es handelt sich um Bildtelefonie. Aurora saß daheim im Schlafzimmer und ich konnte sie und die Katzen sehen, während sie mich sah. Es war ein wenig wie daheim sein. Mehrere Male täglich haben wir uns also gesehen und miteinander gesprochen, wodurch das Heimweh gesenkt und die Vorfreude auf ein leibhaftiges Wiedersehen gefördert wurde.

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