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Dienstag, 23. September: Frankfurt

Welch erfüllte Tage durfte ich in Frankfurt erleben. Besonders sind da die beiden Veranstaltungen zu nennen, die mit meinen ehemaligen Arbeitsfeldern zusammen hängen. Beide Veranstaltungen waren am Donnerstag. Zunächst war da das monatliche Blindentreffen mit dem Programmpunkt: Pfarrer Döring erzählt über sein Leben in Brasilien. Es waren noch nie so viele Menschen da, wie bei diesem Treffen: Ich glaube, es waren 60, die kamen. Und die Hauptsache war nicht das Erzählen über Brasilien, sondern das Wiedersehen. Wie wurde ich gedrückt und umarmt! Wie durfte ich selber meine Freundinnen und Freunde umarmen und drücken, ihre ganz eigene Energie spüren, Empathie empfangen und geben, für eine kleine Weile eins im Geiste mit ihnen zu sein. Welch ein Erlebnis, den ungehemmten Energiefluss von Zuwendung zwischen uns zu spüren, ein Geben und Nehmen der feinsten Art.

Etwas anders, aber doch auch ganz intensiv war dann der Abend in der Gemeinde, für den ich meine Powerpoint-Präsentation vorbereitet hatte. Rund 40 Menschen waren gekommen. Helga Vagts hatte bereits Monate vorher brasilianischen Tischschmuck gesucht und gefunden. Die Dekoration war in Grün-Gelb gehalten. Auf den Tischen lagen Servietten mit Motiven aus Rio de Janeiro als Tischtücher. Und Ingrid lief umher, schenkte den Teilnehmenden Wein oder andere Getränke ein, so dass so etwas wie eine gemütliche Kneipenatmosphäre aufkam. Und ich selber lief wohl zu Hochform als Alleinunterhalter auf, der sich anstrengte, den Anwesenden sein Leben so humorvoll und lustig wie möglich nahe zu bringen. Und wieder war dieser Fluss an gegenseitiger Zuwendung zu spüren. Am Ende des Abends kamen Ingrid und ich dann mit zwei halb leeren Flaschen Wein aus der Kirche, um den Abend noch bei ihr daheim mit ihrer Familie ausklingen zu lassen.

Auch in den Tagen danach waren die Besuche dicht. Ein Höhepunkt war dann noch der Gottesdienst am Sonntag. Ich habe nicht gezählt, aber es waren wohl rund 100 Menschen gekommen und wir feierten einen wundervollen, dichten Abendmahlsgottesdienst. Auffällig ist übrigens, welch wundervolle jungen Menschen da als neue Konfirmandinnen und Konfirmanden teilnahmen. Ich staune immer wieder, woher die Andreasgemeinde so viele wirklich kluge, schöne, gut erzogene, intelligente, sozial kompetente 13-Jährige nimmt. Die hören bei der Predigt sogar zu und nahmen erstmals am Abendmahl teil, ohne durch Gekicher die Andacht zu stören. Mit ihnen den Glauben zu entdecken, muss eine wirklich großartige Sache für einen Pfarrer sein.

Der Montag war dann der letzte Tag, an dem noch alles erledigt werden musste, was ich zuvor nicht geschafft hatte. So besuchte ich gleich 8 Menschen, einige von ihnen spontan. Überall aber war die gleiche Erfahrung der Freude über meinen Besuch und die Bereitschaft zum Energieaustausch durch gegenseitige Zuwendung zu spüren. Ich bin jetzt noch total überwältigt von all dem, was mir in Frankfurt passierte. Kann ich dem allen eigentlich wirklich gerecht werden? So viel Zuwendung führt auch Verantwortung mit sich. Gerne würde ich mit allen in Kontakt bleiben. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Den Abschluss schließlich bildete das Treffen mit zwei Freundinnen aus der ehemaligen Krabbelgruppe samt ihren beiden Söhnen im Gasthaus Zum Adler in Ginnheim. Beide Familien haben beschlossen, mich gemeinsam in Brasilien zu besuchen: Irina mit ihrem Mann Björn und Sohn Lukas und Nilza mit ihrem Mann Peter samt Sohn Jan. Wie schön wäre es, wenn das klappen würde.

Nach diesem letzten Treffen fuhr ich dann zurück zu meiner Schwester Moni nach Kraichtal. Jetzt bin ich hier, muss noch packen, um dann heute Abend meine Rückreise anzutreten.

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