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Sonntag, 30. November 2014: Erster Advent

Draußen ist es trüb, aber es regnet nicht. Die Temperaturen schwanken von 21° nachts bis 26° am Tag. Es ist unser zweiter Erster Advent in unserem neuen Heim. Denn heute sind wir genau ein Jahr und 1 Tag in unserer neuen Wohnung. Ich habe mir das erste Erlebnisbuch noch einmal vorgenommen und nachgelesen, was ich dort am 29. November geschrieben hatte. Wie erleichtert waren wir und wie froh, dass wir nun endlich in unserem neuen Heim angekommen waren. Das klingt gut. Seitdem ist ja nun allerlei passiert.
Da war zunächst der Schreck an Weihnachten, als es so unglaublich laut wurde und unsere Nerven bis zum Anschlag angespannt waren.
Dann der heiße Januar, als wir nur noch schwitzen und Abkühlung in unserem Pool suchten.
Anfang März folgte das letzte Aufbäumen der Feriensaison in Bombinhas an Karneval. Furchtbar! Entsetzlich! Ein Albtraum! Aber danach wurde es immer schöner, ruhiger und angenehmer.
Im April wurde hinter der Küche die „Despensa“, unser Wintergarten, montiert. Das war die letzte richtig große Investition in die Wohnung.
Schließlich kam Ostern und dann begann so langsam der Winter. Der brachte uns vor allem viel Regen und den Schimmel in die Wohnung. Letzteren haben wir jetzt einigermaßen im Griff. Wenn man weiß, dass man ihn hat und wo man ihn hat, ist er nicht mehr so schlimm.
Gott sei Dank begann Priscila Anfang Juli bei uns zu arbeiten, so dass wir nicht alleine mit dem Schimmel waren, sondern ihre tatkräftige Hilfe bekamen.
Im September fuhr ich dann nach Deutschland und traf viele meiner Freundinnen und Freunde in Blindenarbeit, Gemeinde und privat.
Schließlich kamen im Oktober Nicole und Jörg, unsere ersten Gäste aus dem Freundeskreis in Deutschland, zu Besuch und wir machten einige Exkursionen vor allem zu diversen Wanderwegen, aber auch nach Blumenau zum Oktoberfest.
Im November folgten Ausflüge nach Camboriú und nach Florianópolis und schließlich noch ein Kurz-Städte-Urlaub über meinen Geburtstag hinweg in Brasilia.

Heute nun ist der 1. Advent. Wir haben wieder unseren Adventsschmuck herausgeholt und haben in diesem Jahr erstmals einen Adventskranz. Ich hatte ihn in Deutschland gekauft und mitgebracht. Kerzen können wir da nicht drauf montieren, weil dann die Zweiglein aus Edelplastik schmelzen würden, wie das bei einem Versuch an unserem Weihnachtsbaum passierte. Aber ich finde, wir haben eine gute Lösung gefunden, auch wenn der Kranz nicht besonders deutsch aussieht, sondern eher nach Marke Eigenkreation mit Teelichtern als Adventskerzen.

Frühstückstisch am 1. Advent unser Adventskranz
Frühstückstisch am 1. Adventunser Adventskranz

Auf unserer Terrasse sind die Pflanzen im vergangenen Jahr mächtig gewachsen. Sie bilden jetzt einen guten Sichtschutz zu den gegenüber liegenden Häusern, die letztes Jahr noch mit sehr viel Baulärm fertig gestellt worden waren. Jetzt sind sie teilweise bewohnt und werden wohl dann zu Weihnachten eine Lärmemission erzeugen, auf die wir ja nun vorbereitet sind. Immerhin haben wir mit den Palmenbüschen, Strelitzien und anderen Pflanzen einen guten Schutz. Sollte es uns zu laut werden, dann haben wir schon beschlossen, mit den Katzen in Inhas Wohnung, wo wir die ersten Wochen nach unserer Ankunft im vorigen Herbst gewohnt hatten, zu ziehen. Sie ist zwischen Häusern eingeklemmt und darum bedeutend leiser als unsere eigene Wohnung. Aber vielleicht wird es ja auch nicht so schlimm. Ich glaube nämlich, dass Malvina und Osvaldo verstanden haben, wie sehr wir unter dem Lärm, der aus ihren Häusern kam, litten. Osvaldo hat uns zugesagt, uns zu helfen, es etwas gedämpfter zu bekommen.

Unsere Pflanzen auf der Terrasse Unsere Pflanzen auf der Terrasse
Unsere Pflanzen auf der Terrasse

Der Pool hat schon Wasser. Letztes Jahr war er um diese Zeit noch in Reparatur. In diesem Jahr war ich schon zweimal drin, nachdem es draußen heiß geworden war. Nur sammelt sich wegen der Straßenbauarbeiten sehr schnell ziemlich viel Dreck in ihm, so dass eine tägliche Reinigung nötig ist. Aber dafür haben wir das nötige Werkzeug. Auch die Terrasse muss fast täglich gewaschen werden. Dazu macht Aurora immer eine Wasserschlacht mit Schlauch und Besen. Das kann sie machen, denn an Wasser fehlt es hier überhaupt nicht, zumal wir auch noch einen eigenen Brunnen haben, aus dem saubereres Wasser als vom Wasserwerk kommt. Den Katzen macht die Wasserschlacht keinen Spaß, aber sie lieben es, danach über den nassen Boden in die Wohnung zu laufen, wo wir sehr deutlich ihre Spuren auf dem Steinboden ausmachen können: breite Tapsen von Chico und kleine, dünne von Susi.

Noch zwei Anmerkungen:
1. Die angekündigte Frau, die bei uns als Putzfrau arbeiten sollte, ist weder gekommen, noch hat sie abgesagt. Wir sind eben hier in Brasilien und das ist doch recht typisch. Also sind wir weiterhin erst einmal ohne Hilfe.
2. Heute Nachmittag kommt Isa aus der Gemeinde zu Besuch. Sie hat lange in München als Kindermädchen gelebt, spricht sehr gut Deutsch, ist eine nette, ältere Dame und braucht dringend Verdienstmöglichkeiten, weil sie kaum Rente hat und am Rande des Existenzminimums lebt. Als Putzfrau ist sie nicht geeignet, aber als Katzenhüterin bei Abwesenheit unsererseits könnten wir sie uns sehr gut vorstellen. Wir möchten sie fragen, ob sie Lust dazu hätte, in der Zeit bei uns zu wohnen und nach den Katzen zu schauen.

Zuletzt noch zum Kirchgang. Erster Advent ohne Gottesdienst ist schwierig, aber wir werden am kommenden Dienstagabend einen Gottesdienst in unserer Gemeinde haben. Da werde ich vorschlagen, dass wir zunächst mal: „Macht hoch die Tür“ singen.

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