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Dienstag, 20. Januar 2015: Gewitter

Aurora wäscht die Terrasse. Das macht sie jeden Tag. Sie möchte nämlich eine saubere Terrasse haben, auf der wir barfuß laufen können, ohne danach gleich wieder die Füße waschen zu müssen. Zudem – und das ist sehr wichtig! – lieben die Katzen Sauberkeit. Sie sind immer die ersten, die sich dorthin legen, wo es blitzblank ist. Also wäscht Aurora täglich die Terrasse und hofft, dass es mal eine Zeit lang sauber bleibt. Ich bin es nicht, der dann kommt, um wieder den Dreck fein säuberlich dort zu verteilen, um aus Bosheit Auroras Werk zunichte zu machen. Es ist ein Wetterphänomen, das uns hier in großer Beharrlichkeit verfolgt und Aurora täglich in Arbeit setzt: das Gewitter. Es kommt jeden Abend – mal früher, mal später, aber es kommt mit Sicherheit. Ich meine, gehört zu haben, dass Südamerika der Kontinent mit den meisten und stärksten Gewittern ist. Manchmal denke ich, dass in dem Fall Bombinhas wirklich für einen ganzen Kontinent steht, denn es ist nicht nur ein Gewitter mit einigen kleinen Blitzen, sondern ein wirkliches Unwetter, was da nieder geht. Mit kleinen Wolken hinter den Bergen geht es los. Binnen weniger Minuten ballen sie sich zusammen und ziehen über die Berge auf unser kleines, harmloses, unschuldiges Städtchen zu, um sich dann zu entladen in einem Blitzgewitter, Donner und mit Regenmassen, die die durch die mangelhaften Straßen und den starken Verkehr staubige Luft waschen und den ganzen Schmutz auf unserer Terrasse verteilen. Das ist der Grund, warum Aurora jeden Tag von vorne anfangen muss und ich jeden Tag einen Haufen Schmutz aus dem Pool sauge und den dreckigen Rand des Beckens zu putzen habe – denn das ist meine Aufgabe.

Was die Gewitter angeht, so gibt es hier zwei Sorten davon. Die eine Sorte habe ich gerade beschrieben. Die andere Sorte ist ein seltsames Wetterphänomen, denn da blitzt es fast ununterbrochen, aber es donnert nicht. Die Blitze bleiben in den Wolken hängen. Ich glaube, dass das Gewitter sind, die bis in die Stratosphäre reichen. Sie sind durch die große Dichte von Blitzen wie ein Wetterleuchten über Bombinhas, wie ein Nordlicht, das im Winter über Luleå in Nordschweden steht. Fast jeden Abend leuchtet es so über den Bergen, wird manchmal zu einem Gewitter der erdnahen Sorte, bleibt aber auch manchmal in den Wolken hängen.

Natürlich liegt das an der enorm feuchten Hitze, die über dem Land liegt. Selten fällt das Hygrometer in unserem Schlafzimmer unter 70%, wobei wir dort ständig über 30° messen. Und dann kommt die vom Meer relativ kühle Luft und trifft auf diesen Brutschrank. Kein Wunder also, dass es hier oft kracht, scheppert und blitzt.

Wie alle Gewitter werden auch unsere Gewitter durch Sturmböen begleitet, die für unsere Pflanzen harte Schulen der Standhaftigkeit sind. Aber man glaubt es kaum: Nachdem sie fast waagerecht geblasen wurden, stehen sie danach wieder wie Einsen, als wäre nichts gewesen. Sie scheinen die feuchte Hitze und die Gewitter zu mögen, denn sie wachsen dabei prächtig.

Wolken über Bombinhas Wolken über Bombinhas
Wolken über Bombinhas

Es regnet Katzen und Hunde Abends über Bombinhas
Es regnet Katzen und HundeAbends über Bombinhas

Noch ein kurzer Bericht über unsere Katzen: Die Tierärztin war heute hier und hat Chico eine Spritze gegeben. Das war relativ leicht und schnell erledigt, weil wir mit ihm nicht aus dem Haus mussten. Chico strich sogar um ihre Beine. Dann hat die Ärztin Susi gesehen und befühlt und festgestellt: Susi ist in der Tat zu fett! Nicht Chico sei der Dicke, sondern Susi. So hält das Leben mit diesen geliebten Mistviechern immer wieder Überraschungen für uns bereit. Susi wird jetzt auf Diät gesetzt!

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