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Sonntag, 1. Februar 2015: Edifício Frankfurt immer weiter

Seit dem 17. Januar bin ich also Sindico dieses Hauses. Das sind gerade mal 2 Wochen und 1 Tag. Es ist erstaunlich, dass in dieser Zeit nicht auch noch der Aufzug kaputt gegangen ist und der Strom auf Grund von Baumängeln ausfiel. Denn alles andere war nun schon dran. Hatte ich am 27. Januar noch vom Ausfall unserer privaten Pumpe geschrieben, fiel schon am nächsten Tag die komplette Wasserversorgung aus. Es war am Mittwoch – normalerweise passiert sowas immer am Freitag, wenn man nach Murphys Gesetz geht – abends, als es bei uns sturmläutete und man uns aufgeregt erklärte, das Wasser flösse nicht mehr. Wir schauen nach und stellen fest, dass es doch noch lief, allerdings nur in einem dünner werdenden Strahl und dann gar nicht mehr. Da war doch am Tag zuvor noch die Pumpe gewartet worden. Wieso denn jetzt das? Immerhin sind alle Wohnungen im Haus belegt, aufgeregte Menschen laufen hin und her und wissen nicht, wie sie das Essen gekocht, die Kinder sauber, das Geschirr gespült, das Klo gerauscht bekommen sollten. Ich denke, dass sich zu diesem Zeitpunkt – also abends gegen 21.00 Uhr – mehr als 50 Menschen im Haus befanden, die alle mehr oder weniger dringend Wasser brauchten. Was liegt da nahe, den Sindico zu holen, ihn mit großen, hohlen, fragenden Augen anzuschauen und ihm die Frage entgegen zu schleudern: „Und jetzt?“ Nun ist der Sindico ja sprachlich ein wenig doof und wendet sich darum an seine Frau, die murrend daneben stand. Selbige nahm das Telefon und alarmierte Erllon von Roderjan. Der wiederum telefonierte in der Weltgeschichte herum und fand einen Installateur, der bereit war, noch am Abend zu uns zu kommen. Gegen 22.00 Uhr war er dann da und es gelang ihm wahrhaftig, die Anlage wieder in Gang zu bekommen. Dazu muss man wissen, dass das Wasserwerk das Wasser lediglich in einen Tiefbehälter pumpt. Aus dem Tiefbehälter wird dann mit einer hauseigenen Pumpe das Wasser in einen Hochbehälter befördert. Von dort aus fließt es dann – hoffentlich durch Leitungen! – in die Wohnungen. Gegen 23.00 Uhr hatten wir dann wieder Wasser und damit auch Nachtruhe.

Am nächsten Tag kam dann wieder Benjamin, unser Handwerker, und hat versucht, das Garagentor wieder gängig zu machen. Leider ist ihm das bis heute nicht gelungen, weswegen ein ziemlich großer Pickup einige Wendemanöver durchführen musste, nach denen wir froh waren, dass sowohl Auto, als auch Hauswände noch unbeschädigt waren. Nun ist Benjamin für 10 Tage im Urlaub und will erst danach alles fertig machen. Also haben wir in Eigenregie das Garagentor auf Handbetrieb gestellt. Es lässt sich jetzt mit der Hand auf und zu machen.

Benjamin hat auch neue Lampen an den Säulen zur Straße hin montiert. Nur sind sie etwas kleiner und die Wand ist an den Stellen, an denen die vorigen Lampen saßen, anders gestrichen. Mit anderen Worten: Es sieht bescheiden aus! Mir deucht, dass Benjamin zwar ein netter Kerl, aber kein begnadeter Handwerker ist. Denn auch für uns hat er einen Deckel für den Grillplatz in unserer Gästewohnung gemacht. Nur war er leider so, dass er ihn nicht mehr abnehmen konnte. Nachdem er das mit Gewalt probiert hatte, kam zwar der Deckel raus, aber mit ihm auch die Granitverkleidung  Auch das muss jetzt bleiben, bis Benjamin wieder zurück ist. Immerhin ist das nur ein Schönheitsfehler.

Schlimmer war da gestern, als uns wieder ein Hilferuf ereilte: Das hausinterne Internet ist ausgefallen. Erllon war der Anrufer und bat uns, das zu überprüfen. Das habe ich dann heute auch gemacht und festgestellt, dass die einzelnen Router in den Wohnungen wohl funktionieren, jedoch dass der Hausanschluss in der Tat tot ist. Machen konnten wir heute am Sonntag nichts. Das Problem muss morgen von wem auch immer gelöst werden. Benjamin wird es auf keinen Fall sein!

Und als ob das nicht reicht, läutet es beim Mittagessen an unserer Wohnungstür und der Besitzer einer der unteren Wohnung verkündet uns, dass er leider bei seiner handwerklichen Tätigkeit die Wasserleitung angebohrt hätte. Wie man das Wasser denn abstellen könne? Zwischen dem Verzehr von Gulasch und Mangos suchten wir also die Wasserhähne, fanden sie auch mit Hilfe des Installateurs, der für unsere Anlage zuständig ist. Erst hatten alle Stockwerke – außer unserem – kein Wasser, bis man heraus gefunden hat, welche Leitung angebohrt worden war. Inzwischen hat nur noch das 1. Stockwerk, in dem sich das Leck befindet, kein Wasser. Gott sei Dank gehören die dort befindlichen vier Wohnungen einer einzigen Familie, deren eines Mitglied den Schaden verursacht hat.

Bei meinen Portugiesischlektionen habe ich das Wort besteira = Blödsinn gelernt. Als ich heute mit Christel, meiner Schwester, skypte, meinte sie, ich solle allen, die sich in irgendeiner Angelegenheit an mich wenden, einfach sagen „Besteira!“ und gut sei es. Ich lasse mir diesen Vorschlag jetzt durch den Kopf gehen.

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