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Montag, 23. Februar 2015: Humor behalten

Man soll sich nicht so aufregen, wenn man sowieso nichts ändern kann! Wenn man sich aber über etwas immer wieder ärgert und sich darüber aufregt, weil es einen ärgert, dann mag es unveränderbar sein oder nicht: es geht dennoch an die Nerven. In Brasilien beginnt dann die große Stunde der Zyniker oder Satiriker – je nachdem, ob jemand böser oder netter ist. Auf jeden Fall wird gelacht – böser oder netter. Insofern gibt es wieder was zum Lachen in Bombinhas.

Folgendes ist passiert:
Dem Leser dieses Erlebnisbuches wird der erbärmliche Zustand der Hauptstraße nicht verborgen sein. Heute früh hat dieser Zustand unserer Avenida, der Haupt- und Repräsentationsstraße unserer wunderschönen Gemeinde Bombinhas eine neue Würdigung erfahren. Denn ein Lastwagen tuckerte die Straße hinunter, als plötzlich das linke Vorderrad in einem tiefen Loch versank, so dass das rechte Hinterrad nicht mehr auf der Straße war, weil der Lastwagen so schief hing. Und damit nicht genug: Bei dieser unfreiwilligen Balanceaktion des Lastwagens ist er zu einem Wasserrohr durchgebrochen und hat es beschädigt. Hoch auf spritze die Fontäne. Die Leopoldo Zarling wurde unter Wasser gesetzt. Wie soll auch ein Plastikrohr chinesischer Billigproduktion das Aufsetzen eines Lastwagens verkraften ohne zu splittern. Nun könnte man ja bessere Rohre verwenden. Aber wozu? Man sieht sie ja sowieso nicht in der Erde, und deswegen ist das Billigste noch zu teuer.
Aurora und ich kamen später an der Stelle vorbei. Der Lastwagen war inzwischen herausgeschafft worden und die Casan, unser Wasserwerk, war an der Arbeit, das Leck zu stopfen. Dazu hatten die Arbeiter ihr Auto in der Mitte der Straße vor das Loch sozusagen als Personenschutz gestellt, während sie mit Hacke und Schaufeln arbeiteten. Als wir eine halbe Stunde später wieder vorbei kamen, war das Loch zur Hälfte zu, ein Haufen Dreck lag mitten auf der Straße in einem kleinen Berg und die Arbeiter waren samt Auto verschwunden. Wenn nun noch ein Lastwagen kommt, über den Haufen Dreck fährt, um gleich danach im halbgeschlossenen Loch zu versinken unter neuerlicher Beschädigung der Wasserleitung, dann ist da einfach was dumm gelaufen, wofür selbstverständlich niemand was kann, denn es ist bekannt: Shit happens!
Aber mal ehrlich: Wie soll ein Land, in dem die Menschen es nicht einmal verstehen, verstopfungsfreie Klos zu konstruieren, qualitativ gute Straßen und Wasserleitungen zu bauen?

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