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Samstag, 21. März 2015: Sepultura

Mit unseren Freunden Nicole und Jörg bin ich im vergangenen Oktober in der Nähe gewesen, aber eben noch nicht ganz da, nämlich an die Spitze der Halbinsel, die die rechte Flanke der großen Bucht ausmacht, in der Bombinhas liegt. Die linke Flanke ist leichter zu erreichen und ich war auch schon mehrfach dort gewesen, wo der deutsche Honorarkonsul Didjurgeit sein Wochenendhaus hat, das als Außenstelle des deutschen Honorarkonsulates funktioniert. Wir waren erst am 14. März dort gewesen.
Die rechte Flanke ist schwieriger zu entdecken, aber nicht unmöglich. Man muss über eine kleine Landenge, an der der kleine aber feine Strand von Sepultura liegt, laufen und dann auf einem Trilha (Wanderweg) ein wenig bergauf, bergab laufen, bis man schließlich an die felsige Spitze dieser nadelförmigen Halbinsel gelangt. Zusammen mit Aurora schaffe ich es nicht, dorthin zu kommen, weil sich Auroras Neugier diesbezüglich sehr in Grenzen hält und weil wir gerne gemeinsam an den Strand gehen. Alleine am Strand aber ist nicht besonders prickelnd. Also beschloss ich, die Tage, in denen ich Strohwitwer bin, zu nutzen, um endlich mal dorthin zu gelangen.

Google Earth: die Bucht von Bombinhas. Hier geht es um die rechte Flanke
Google Earth: die Bucht von Bombinhas. Hier geht es um die rechte Flanke

Google Earth: der Weg zur Spitze. Unten die Landenge von Sepultura
Google Earth: der Weg zur Spitze. Unten die Landenge von Sepultura

Heute stand ich schon um 6 Uhr auf. Es war schon hell geworden und das Wetter verhieß Gutes. Im Gegensatz zu gestern war heute der Himmel blau und ohne Gewitter- oder Regenwolken. Die Sonne schien. Es wird warm. Der Ausflug zu dieser rechten Flanke der Bucht muss außerdem vormittags sein, weil dann die Sonne im Rücken steht und die Stadt beleuchtet. Also frühstückte ich schnell, zog mir ausnahmsweise Strümpfe und feste Schuhe an und saß schon um 6.45 Uhr im Auto, um nach Bombinhas zur Einstiegsstelle des Weges nach Sepultura zu fahren. Ich fand den richtigen Platz, parkte das Auto und los ging es; zuerst vorbei an den teilweise neuen Gebäuden an der Landenge von Sepultura. Links das Meer und dahinter die Siluette von Bombinhas und Bombas. Rechts Felsen bis runter an das Meer und einige Angler, die versuchten, das Frühstück aus dem Meer zu holen. Ich lief oben den Weg entlang, durch ein Gatter, der den restlichen Teil dieser Halbinsel abtrennt, auf dem oft Kühe weiden, wie man an den vielen Fladen sehen kann, den Abhang hoch. Oben sind drei mehr oder weniger große freie Grasflächen. Welch eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die Natur. Weiter geht es durch lichte Waldstücke bis an die felsige Spitze der Halbinsel. Alles ist getaucht in gleißend helles, goldenes Morgenlicht. Es ist traumhaft schön. Mir zeigen sich Bilder, wie ich sie selten gesehen habe. Dunkelblaues Meer, hellblauer, weiß gefleckter Himmel. Daneben das satte Grün des Grases und der Palmen, die sich im Wind wiegen. Graue Felsnadeln schauen hervor. Es ist wirklich atemberaubend. So richtig lässt sich die Tiefe der Farben und der Stimmung auf Bild nicht festhalten, aber man kann ahnen, welch eine hervorragende Schöpferleistung hier vollbracht worden ist. In der Fotogalerie sind die Bilder zu sehen. Ich kletterte über die Felsen, staunte über die Vielfalt der Bilder, die Pflanzen, die Maserung der Felsen, die Harmonie von allem. Unglaublich, wie schön es hier ist! Ich sog die Eindrücke in mich auf und ließ die Kamera so viel wie möglich daran teilhaben. Es wurde warm und ich begann den Rückweg. Kaum zu glauben, aber um 8 Uhr war ich schon wieder daheim. Aurora rief aus São Paulo um 8.10 Uhr an und ich konnte ihr gleich alles erzählen. Ich selber war total verschwitzt und musste erst einmal duschen und die Kleidung wechseln. Der Zauber der Schönheit dieses Teils meiner neuen Heimat aber klingt weiter in mir – und ich hoffe, ich kann davon ein wenig vermitteln.

Landenge von Sepultura vom Meer aus gesehen
Landenge von Sepultura vom Meer aus gesehen. Ich ging des Weg oben entlang

Die Landzunge von Sepultura vom Meer aus gesehen
Die Landzunge von Sepultura vom Meer aus gesehen

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