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Montag, 30. März 2015: Regen

„Es regnet ohne Unterlass. Es regnet immerzu!“ Mit diesem Kinderlied versuchten wir in der Krabbelgruppe oder in der Kinderstunde den Kindern die schlechte Laune zu vertreiben, die sich angesichts eines Dauerregens unter ihnen breit machte. Derzeit singe ich dieses Lied für mich selber, soweit es angesichts der ebenfalls laufenden Passionsmusik (Bachs Matthäus- und Johannespassion zur Karwoche) möglich ist. Aber ehrlich: Bombinhas hat nicht nur schönes Wetter, warme Sonne, helles Licht und Wärme zu bieten, sondern auch Perioden, in denen es sich schön anfühlt, ein trockenes Zuhause zu haben, in dem man sich gerne aufhält. So war es damals, als wir Ende September 2013 hier ankamen. So ist es auch jetzt. Freitag begann es sich schwer einzutrüben. Samstag begann es leicht zu regnen. Gestern und heute ist es extrem schlimm. Es kübelt fast ohne Unterlass vom Himmel. Es ist sehr, sehr feucht, wenn auch nicht kalt. Die Wolken hängen tief zwischen den Bergen über den Häusern. Die Luftfeuchtigkeit in unserem Schlafzimmer beträgt zwischen 80 und 85 Prozent. Das ist ein Klima, in dem im vorigen Jahr der Schimmel begann, sich prächtig zu entwickeln. Inzwischen aber geht es uns diesbezüglich besser, weil wir Maßnahmen getroffen haben. Die Kleiderschränke haben neue Rückwände, die auf Grund eines schimmelresistenten Materials nicht schimmeln können. Es kann an ihnen eventuell kondensiertes Wasser abtropfen. Viele Kleider, die wir kaum brauchen, sind in Vakuumsäcken verpackt, so dass sie kein Wasser ziehen und damit auch nicht schimmeln können. Und wir haben vor den Terrassentüren im Schlafzimmer und in Auroras Zimmer je Baldachine anbringen lassen, die mit wasserabweisendem Stoff bezogen sind. Wir können also die Terrassentüren weiter offen lassen. Der Regen trommelt auf den gespannten Stoff und es ist drinnen gemütlich, soweit es bei dieser Luftfeuchtigkeit gemütlich werden kann. Denn ein wenig fühlt sich auch die Bettwäsche klamm an. Trotz all dieser Maßnahmen ist Auroras Riechorgan auf Schimmel geeicht – ich hatte darüber früher schon geschrieben. Noch aber hat sie nichts gewittert. Die Katzen suchen sich trockene Eckchen. Chico verschwindet am liebsten im Kleiderschrank. Dort mussten wir ihm ein Eckchen einrichten, damit er sich nicht über die saubere Kleidung legt. Susi krabbelt unter eine Decke im Wohnzimmer und ist nur noch als ein Hügel auf dem Sofa zu sehen. Man muss aufpassen, dass man sie nicht mit einem Kissen verwechselt und auf sich auf sie setzt. Immerhin ist es trotz des Regens nicht kalt. Wir laufen weiterhin in T-Shirts und kurzen Hosen herum, auch wenn uns die Temperaturen für diese Jahreszeit zu kühl vorkommen. Da sind wir inzwischen anderes gewohnt.

Regentropfen an den Pflanzen Blick aus dem Schlafzimmer
Regentropfen an den PflanzenBlick aus dem Schlafzimmer

Heute früh waren wir nun in Bombas, um einige Erledigungen zu machen. Dabei waren wir auch gezwungen, über unsere Hauptstraße zu fahren. Ach du meine Güte, welch ein Weg! Der Regen hat die Straße aufgeweicht und in eine Seenlandschaft verwandelt. Die Schlaglöcher sind zahlreich und sehr tief. Kaum noch ein Auto traut sich hierher. Gott sei Dank sind wir in keinem der Löcher versunken oder stecken geblieben. Aber es war nahe dran. Angeblich gibt es schon Schilder, auf denen steht, dass das Angeln auf der Hauptstraße verboten sei. Doch wer angelt schon gerne bei einem solchen Wetter?! So freuen wir uns schon auf unsere erste Reise für dieses Jahr ins Pantanal. Dort geht die Regenzeit gerade zu Ende und wir hoffen, es vor allem mit abfließendem Wasser und langen Wärmeperioden zu tun zu haben. Am Sonntag geht es los.

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