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Mittwoch, 8. April 2015: Eindrücke

Es gibt von gestern gar nicht so viel zu berichten, denn die Bilder sprechen in dem Fall eher für sich. Dennoch möchte ich ein paar Takte zum Hotel mitteilen. Ich glaube nämlich, dass es solche Anlagen auch für Pauschaltouristen auf z.B. Mallorca gibt. Man reist dort hin, bekommt am Anfang eine Plastikband um den Arm gewickelt und festgenietet, das einen als teilnahmeberechtigt für alles, was das Hotel so anbietet, ausweist. So ist es auch hier. Wir haben so eine Art Handschellen erhalten. Sie sind grün und aus Plastik und sind mir recht unangenehm auf der Haut, weil ich das nicht gewohnt bin. Aber immerhin bewirkt dieses Band, dass ich alles, was es hier an Angeboten gibt, mitmachen kann. Es gibt hier sogar ein Team von Animateuren, die Gymnastik und Spiele anbieten. Dazu das gute Essen und die vielen Ausflüge. Doch, hier ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlen kann. Aurora genießt vor allem den Pool, in dessen Wasser ich mich kaum aufhalten kann, weil die Temperatur bei sicherlich 30° und darüber liegt. Es ist dort nicht wirklich erfrischend für einen Mitteleuropäer, auch wenn dieser schon seit 1,5 Jahren in Brasilien lebt.

Vormittags stand vor allem die Bootstour auf dem Rio Cuiabá an, einem recht breiten Fluss, der direkt am Hotel vorbei fließt. Das Hotel verfügt über einen eigenen Steg und eigene Boote, so dass wir fast direkt aus dem Bett ins Boot fallen konnten, um durch eine imponierende Landschaft auf einer breiten, von dicht bewachsenem Ufer gesäumten Wasserstraße das Pantanal zu erkunden. Da das Klima ein Treibhausklima ist, wächst auch alles wie verrückt. Dazu kommt, dass die Landschaft ausgesprochen flach ist. Nirgends ist auch nur ein kleiner Hügel auszumachen. Überall dichte Vegetation, ab und zu mal eine Fischerhütte mit einem kleinen Bootsanlegeplatz. Von der Vielfalt der Fischarten und Vogelarten nehmen wir nicht viel wahr, weil dazu einfach die falsche Jahreszeit ist. Dazu müssten wir am Ende der Trockenzeit, also Ende August oder im September kommen, was wir sicherlich auch noch einmal machen werden. Jetzt sind die Flüsse noch breit, das Überschwemmungsland überschwemmt und die Viecher haben die Möglichkeit, sich in Bereichen, in die kein Mensch kommt, gut zu verstecken. Ein wenig enttäuschend war das schon, aber nicht schlimm. Die schöne Landschaft und die Bootsfahrt haben uns dennoch gut gefallen. Bilder sind im Fotoalbum zu betrachten.

Für den Nachmittag war dann eine Fahrt mit dem Bus geplant. Dabei fuhr ein Traktor mit einem Anhänger vor, auf dem es allerlei Plätze für Gäste gab. Mit diesem Gefährt tuckerten wir durch die Landschaft zu einer Außenstelle des Hotels, in der die Pferde abgestellt sind, mit denen die täglichen Reitausflüge gemacht werden. Diese Außenstelle ist also eine größere, sehr gepflegte Anlage mit neuen, großen, guten Ställen und sehr viel Weideland drum herum. Auch sie liegt an einem Wasserlauf, in dem Kaimane leben. Mit Hilfe von Futter wurden sie angelockt und den Touristen, also uns, präsentiert. Hier gelang es mir, die erste Aufgabe meines Aufenthaltes im Pantanal zu erledigen: das Streicheln eines Krokodils. Erledigt! Zeugnis davon und von der ganzen Tour liefert das Fotoalbum mit einigen Bildern dieses Ausfluges.
Übrigens war ich heute Vormittag nahe dran, die 3. Aufgabe zu erledigen, nämlich den Piranhas was vom Frieden und dem Wert von Frieden zu vermitteln, denn wir kamen an einer Stelle vorbei, an der sich in der Trockenzeit sehr viele Piranhas tummeln. Jetzt aber betrug wegen der trüben, braunen Färbung des Wassers die Sichttiefe keine 2 cm und es war nichts zu sehen. Folglich musste ich mir meine Predigt aufheben, bis ich diese unfriedfertigen Fische ein anderes Mal treffe.

Am Abend schließlich haben wir die nächsten Tage geplant. Heute werden wir eine kleine Wanderung machen. Morgen gehen dann Reginaldo und ich auf eine Reittour und übermorgen schließlich fahren Aurora und ich auf die ganz frühe Tour zum Sonnenaufgang. Und noch was: Beim Abendbrottisch saßen auch 3 Männer dort, alle so um die 45+ Jahre herum und als Deutsche sofort zu erkennen. Niemand hier läuft in karierten, kurzärmeligen Hemden herum. Sowas gibt es hier nicht zu kaufen. Das sind Deutsche, waren Auroras und meine sofortige Eingebung. Ich stellte mich in der Buffet-Schlange hinter zwei von ihnen und hörte, wie der eine dem anderen etwas auf Bayerisch sagte. Na klar! Ich nehme stark an, dass es Naturforscher der Uni von München sind, die den Weg hierher gefunden haben. Mal sehen. Vielleicht bekomme ich es noch heraus.

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