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Mittwoch, 15. April 2015: Wasserfälle

Der Wasserfall

Unser Zimmer ist wunderbar groß und auch sauber und komfortabel. Lediglich das Internet spinnt und man bekommt das seitens der Pousada nicht in den Griff. Da es aber der einzige Makel ist, können wir damit leben. Geschlafen haben wir alle sehr gut. So waren wir für heute gut vorbereitet und konnten gleich nach dem Frühstück losfahren. Einer der Wasserfälle, der mit dem eiskalten Wasser, sollte unser Ziel sein. Bezüglich des „eiskalten“ Wassers hatte ich so meine Zweifel, denn bisher habe ich erlebt, dass alles Wasser, was unter 26° war, als eiskalt erlebt wurde. Also mal sehen, was an dieser Aussage dran ist
Die Straße zu diesem Wasserfall war bemerkenswert, denn sie war noch holpriger und schlechter als die Hauptstraße von Bombinhas – sie war also wirklich sehr, sehr, sehr schlecht und wies etliche Rillen, tiefe Löcher, manche Bachläufe, Sumpfgebiete usw. auf. Zu Beginn standen rechts und links Häuser. Aber was für Häuser: Zwar aus Stein, jedoch zumeist anscheinend nur mit einem Zimmer, einfachsten Fenstern und Türen. Davor einfache Holzbänke. Die Armut der Bewohner war deutlich zu spüren. Solche Hütten gibt es in Bombinhas nicht. Wie kann das nur kommen, dass die Menschen in Mato Grosso, diesem so reichen Bundesland Brasiliens, in dem ein großer Teil der riesigen Sojaproduktion erwirtschaftet wird, so arm sind? Reich sind sie nur an Kindern. Denn wir sahen einen großen Schulbus, in dem die Kinder sogar stehen mussten, weil er trotz seiner Größe zu klein war. Dieser Schulbus fuhr eben durch diese ärmlich erscheinende Vorstadt und lieferte die Kinder daheim ab.
Seltsam fand ich lediglich, dass trotz der schlechten Straße, die nur knappe Gehgeschwindigkeit erlaubte, dennoch diese Schwellen, diese Federbrecher, eingebaut worden sind, als wäre die Straße nicht schon schlecht genug. Dazu sei nur angemerkt, dass das Hauptargument für diese unsäglichen Teile ist, dass es sich dabei um eine brasilianische Kulturangelegenheit handelt. Und wer will schon was gegen brasilianische Kultur sagen, und sei dieses Kulturgut noch so sinnlos, bekloppt und bescheuert wie die Schwellen.
Schließlich kamen wir zu einer Raststelle, die den Zugang zum Wasserfall bildete. Von hier aus führte ein ziemlich schmaler, steiniger und vor allem sehr nasser Pfad den Berg hinunter bis an den Fuß des Wasserfalls. Teilweise fiel der Weg mit einem Bachbett zusammen, teilweise wölbte sich der tropfende Felsen über den Weg. Manche Stellen wurden mit einem Holzsteg überbrückt. Es ging durch einen dichten Wald. Unten schließlich waren noch einige sehr hohe Stufen zu überweinden, die dann etwas oberhalb des Bassins endeten. Beim Rest musste man zusehen, wie man runter kam. Aber es hat sich gelohnt, denn der Wasserfall war sehr imposant und die Natur drum herum ebenso. Das Schöne ist, dass Reginaldo immer wie ein Bub wird, wenn es was zu entdecken gibt. Und er entdeckt immer viel, dreht gerne Steine um, sucht rechts und links vom Weg nach Auffälligkeiten. Mit seinen 66 Jahren wirkt er dann wirklich wie ein großer Bub, und weil er auch noch schmal gebaut ist, sieht er manchmal sogar wie einer aus. Aurora traute sich trotz ihrer Angst vor Wasser auch bis ganz runter ins Wasser. Ich war mächtig stolz auf sie und ich glaube, sie war es auch. Was die Wassertemperatur angeht, so waren meine Vermutungen richtig. Das eiskalte Wasser war für meine Begriffe handwarm und hatte sicherlich 25°.
Während die Frauen dann zurück zur Raststelle gingen, gingen Reginaldo und ich noch einen noch viel nasseren und sumpfigeren Weg bis zur Oberkante des Wasserfalls. Das war ein wirklicher Abenteuerweg, bei dem wir nass und dreckig wurden. Meine Sandalen musste ich später im Hotel mit dem Föhn trocknen.

Auf dem Weg zum Wasserfall Holzsteg
Auf dem Weg zum WasserfallHolzsteg

Der Wasserfall schimmert durch die Bäume Zwei breite Läufe bilden den Wasserfall
Der Wasserfall schimmert durch die BäumeZwei breite Läufe bilden den Wasserfall

Aurora vor dem Wasserfall Der Wasserfall oben an der Absturzkante
Aurora vor dem WasserfallDer Wasserfall oben an der Absturzkante

Der Wasserfall von oben Die Zuläufe des Wasserfalls
Der Wasserfall von obenDie Zuläufe des Wasserfalls

Wir fuhren zurück in den Ort, aßen zu Mittag und wollten gleich weiterfahren zu einem anderen, bekannteren Wasserfall. Doch kam uns ein gewaltiges Gewitter dazwischen. Die Regenfront näherte sich uns sichtbar. Geschafft haben wir immerhin, für einige kleine Mitbringsel zu sorgen, die ein junger Mann am Straßenrand für uns herstellte.

Aurora mit dem Straßenkünstler Unsere Mitbringsel
Aurora mit dem StraßenkünstlerUnsere Mitbringsel

Blick in die Ebene

Nachdem das Gewitter vorüber gezogen war, brachen wir die Mittagspause ab und fuhren noch einmal los, um uns die Landschaft von zwei großartigen Aussichtspunkten aus anzuschauen. Der Blick, der sich uns bot, war enorm. Rechts von uns brausten zwei Wasserfälle etliche hundert Meter in die Tiefe. Vor uns breitete sich die große Pantanalebene aus. Wir selber standen wieder an der Abbruchkante und staunten.

So war nun dieser Tag nicht mit dem Staunen über Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erfüllt, sondern mit Staunen über die Großartigkeit der Landschaft und der Natur: die Wasserfälle, die Aussichten und die Landschaften. Gestaunt aber haben wir auch heute.

Aussichtspunkt mit Wasserfall Der Felsabbruch
Aussichtspunkt mit WasserfallDer Felsabbruch

Ein Felsabbruch Blick in die Pantanalebene
Ein FelsabbruchBlick in die Pantanalebene

Maura und Aurora vor großem Hintergrund Blick in die Ebene
Maura und Aurora vor großem HintergrundBlick in die Ebene

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