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Freitag, 17. April 2015: Auf!

Welch ein geruhsamer Nachmittag und Abend war das gestern! Heute waren wir dafür recht gut drauf, haben früh gefrühstückt (wie der Name schon sagt) und haben uns dann gedreht (Anmerkung: Das Wort „sich drehen“ ist brasilianisches Deutsch, das auf deutschem Deutsch ungefähr so viel heißt wie „in die Gänge kommen“, „sich tummeln“, „sich aktivieren“ usw. mit dem Unterton: wenn man was angefangen hat, muss man auch die Folgen tragen. Entnommen ist es dem Portugiesischen, wo „virar se“ „sich drehen“ heißt und dasselbe bedeutet. Anwendungsbeispiel: Die Mutter sagt zum Sohn, der gerade das Abitur gemacht hat: „Jetzt hast du dein Abi. Also dreh dich!“ Und der Bub begann, sich zu drehen). Der einzige Wehmutstropfen war, dass es wie aus Eimern goss und man immer die kleinen Regenpausen ausnutzen musste, um zum Frühstück zu kommen, das Auto zu beladen und dann auch loszufahren. Aber was macht das, wenn man ausgeschlafen und ausgeruht ist. Die Laune hat es uns nicht verdorben, zumal wir ja das Regengebiet verlassen sollten. Doch es regnete weiter. Die Scheibenwischer gingen die ganze Zeit bis fast zum Ziel. Neben uns lagen die riesigen Monokulturfelder mit teils Soja, teils Mais. Sie bilden die Grundlage für die sehr gesunde Landwirtschaft, die für den brasilianischen Export so wichtig ist. Traurig ist nur, dass davon die Bevölkerung kaum profitiert, sondern nur einzelne Familien, denen der Grund und Boden gehört, die ihn bewirtschaften lassen und die auch die Politiker stellen, die dafür sorgen, dass die Bedingungen für sie, die Großgrundbesitzer, optimal sind und bleiben.

So fuhren wir Kilometer um Kilometer. Einmal tauchte links von uns in der Ferne eine große Herde mit Emus auf. Sie grasten dort friedlich und ungestört. Dann passierten wir Campo Verde und kamen schließlich gegen Mittag in Jaciara, unserem Ziel, an. Da diese Stadt eine ziemlich große Stadt ist, in der ein enormer Lastwagenverkehr herrscht – durch Lastwagen wird die Ernte zu den Häfen gebracht – war auch schnell ein Hotel gefunden. Hier ist es ziemlich einfach, aber dafür für eine Nacht recht günstig. Günstig war auch, dass diesem Hotel ein Wassererlebnisbereich, der Rauch-Wasserfall (cachoeira da fumaça) angegliedert ist, der sich rund 10 km vom Hotel befindet. Hier haben wir dann den weiteren Tag verbracht. Die Bassins werden mit dem sehr klaren und sauberen Wasser des Flusses, der auch den Wasserfall speist, gefüllt und ständig erneuert. Hier ging es uns gut. Wir haben die Wasserfälle besichtigt, haben zu Mittag gegessen, geschlafen und sind geschwommen. Während des Mittagessens kam dann auch die Sonne zum Vorschein und sie blieb uns den ganzen restlichen Tag erhalten.

Das Wassererholungsgebiet Aurora am Schwimmbecken
Das WassererholungsgebietDer Wasserfall oben an der AbsturzkanteAurora am Schwimmbecken

Der Wasserfall Noch mehr Wasserfälle
Der WasserfallNoch mehr Wasserfälle

Gegen 17 Uhr waren wir dann im Hotel und stellten zu unserer Erleichterung fest, dass das Internet in diesem Hotel funktionierte. So verbringen wir die vorletzte Nacht in diesem, von der Straße her mit recht viel Lärm versehenen Hotel.

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