Zur Hauptseite Döring

Freitag, 8. Mai 2015: Wetter

Gefühlt haben wir in diesem Jahr in Bombinhas extrem schlechtes Wetter. Man stell sich vor: in unserem Schlafzimmer sind nur eisige 21°. Die erreichen wir sonst nur im tiefsten Winter so im August. Draußen gibt es kaum noch schönes Wetter. Der Morgen beginnt gegen 6 Uhr mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, der aber auf das Vorhandensein vieler Wolken zurückzuführen ist. Dann ist die Sonne da und es wird dunkel, weil die Wolken sich zwischen uns und die Sonne schieben. Manchmal frisst die Sonne die Wolken auf, meist aber sind sie so dick, dass die Sonne das nicht schafft. So bekommen wir trübe Tage, oft mit kühlem Wind aus dem Süden. Gegen 6 Uhr abends wird es dann dunkel und in der Nacht regnet es häufig. Das ist alles nicht schön!!!

Heute war ich seit über einem Monat endlich mal wieder am Strand. Aurora begann nämlich heute mit ihrer Hydrogymnastik, wegen der sie bereits um 7.10 Uhr aus dem Haus muss. Ich ging mit ihr, aber in eine andere Richtung, nämlich zum Strand. Der Himmel war grau und es war kühl. Mein T-Shirt – sonst wirklich genug an Kleidung – war mir zu kühl. Ich hätte gut eine Jacke brauchen können.

Der Strand heute morgenVerändert hat sich nicht viel im letzten Monat. Der Jahreszeit gemäß sieht man jetzt wieder kleine Grüppchen mit Männern, die anscheinend nichts tuend am Strand herum lungern. Es sind die Fischer, die sich schon mal darin üben, nach Tainhas, die demnächst wieder als Schwärme an unsere Strände kommen, Ausschau zu halten. Welch eine wunderschöne Zeit für die zumeist betagten Männer: Sie haben einen wunderbaren Grund, sich von daheim zu verabschieden, sich am Strand zu treffen. Keine Frau schickt sie mit dem Müll vor die Tür, niemand möchte, dass sie sich nützlich machen, alle anderen Termine sind nachrangig. So kommen sie am Strand zusammen, schwatzen miteinander und genießen die Freiheit und die Gemeinschaft. Mittags kommen dann die Frauen mit Essen, verabschieden sich dann aber schnell wieder, denn sie haben zu tun. Also ehrlich: Kann es ein schöneres Leben für einen einheimischen, betagten Mann, von Beruf Fischer, geben? Die Ruderboote sind fertig, stehen aber noch in den Schuppen, denn noch rechnet niemand mit den Schwärmen. Immerhin ist traditionell am vergangenen Sonntag die Messe zu Eröffnung der Fischereisaison gewesen. Es war das siebente Mal, dass es diese Messe am Strand von Bombas gab.

Aufstellung der Prozession am Anfang Das Meer oder die Fische werden gesegnet
Aufstellung der Prozession am AnfangDas Meer oder die Fische werden gesegnet

Links der Priester Messe vor großartigem Hintergrund
Links der PriesterMesse vor großartigem Hintergrund

Erntedankgaben werde vorgetragen Der Priester und der Fisch
Erntedankgaben werde vorgetragenDer Priester und der Fisch

Letztes Jahr hatte ich darüber berichtet. In diesem Jahr konnte ich immerhin während eines Liedes ein kleines Video drehen, das ein wenig die Stimmung zeigt. Es zeigt aber auch, dass das Wetter bei weitem nicht so schön wie letztes Jahr, womit ich wieder beim Thema bin.

Unser Bad mit der neuen DuschwandEs ist also in diesem Jahr kühl und sehr regnerisch. Die schönen, warmen Tage konnte man zählen, denn sie sind in der Minderzahl. Auf einen schönen Tag kommen sicherlich 4 schlechte Tage – glaube ich, denn ich kann es nicht beweisen. Immerhin ist die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so hoch. Das liegt aber auch daran, dass wir im Bad die Dusche besser vom übrigen Bad getrennt haben, indem wir als Duschkabine eine Glaswand einbauen ließen. Wenn man nun das Fensterchen im Bad öffnet, aber die Duschkabine schließt, zieht die feuchte Luft direkt nach draußen und nicht mehr ins Schlafzimmer. Die neue Duschkabine ist also eigentlich ein Segen, wenn da nicht diese unbarmherzige Durchsichtigkeit und der große Spiegel über dem Waschtisch wären, die einem in bester Zusammenarbeit gnadenlos das eigene Aussehen unter der Dusche präsentieren. Da muss man das Wegschauen richtig üben, um nicht entsetzt in Ohnmacht zu fallen. Immerhin hatten wir gestern nur 53% Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer. So niedrig war sie noch nie. Damit ist auch das Schimmelproblem nicht so drohend. Wir haben schon die Schrankrückwände gegen schimmelresistente Platten austauschen lassen, aber in den Schränken selber herrscht recht hohe Luftfeuchtigkeit. Aurora lüftet und Mari putzt fleißig und effektiv.

Mari! Da sind wir beim letzten Thema für heute. Die Kinder haben sich inzwischen im Hort gut eingelebt und gehen glücklich dorthin. Wie gut! Ich rechne mit einem großen Entwicklungssprung für beide. Ab kommender Woche werden sie sogar dort gemeinsam mit den anderen Kindern essen. Das Essen kostet pro Tag und Kind nur 5 Reais. Das sind 1,60 €, was durchaus auch für Mari bezahlbar ist. Sie hat dann selber auch mehr Zeit, muss nicht mehr so viel einkaufen und in aller Hast Essen machen, was für sie ein entspanntes Leben ergibt und der Neigung zu schlechtem Essen entgegen wirkt. Man merkt es ihr schon an, denn sie ist viel fröhlicher als früher, lacht gerne und bespricht alle ihre Probleme mit Aurora, die ihr wie eine mütterliche Freundin zur Seite steht.

Zum Seitenanfang