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Sonntag, 24. Mai 2015: Einladung

Wenn ich mein Erlebnisbuch vom vorigen Jahr anschaue, merke ich, wie unterschiedlich die beiden Maie doch sind: Letztes Jahr war wunderschönes Wetter. Wir waren viel am Strand, haben die Fischzüge beobachtet und fanden es Ende Mai plötzlich frisch draußen. In diesem Mai war fast der ganze Monat stark verregnet und für die Jahreszeit sehr kühl. Wir hatten schon öfters morgens den Ofen an, um gegen die kühle Feuchte ankommen zu können. Heute allerdings war mal ein angenehmer Tag und auch erstaunlich warm draußen. Ob das an Pfingsten liegt? Heute ist Pfingsten, auch wenn das hier nicht weiter auffällt. Hier ist heute ein normaler Sonntag. Einen zweiten Pfingstfeiertag gibt es nicht. Nichts ist anders als sonst.

Gegenüber letztem Jahr haben sich unsere Tätigkeiten sehr verändert. Wir sind zur Zeit kaum noch am Strand, weil dazu keine Zeit ist. Aurora verschwindet dreimal in der Woche zur Hydrogymnastik und danach ist sie platt. Dadurch haben wir aber nicht etwa mehr Zeit, denn inzwischen haben wir hier doch einige Freunde gefunden. Heute waren wir bei dem Vorsitzenden unserer Gemeinde namens Edemar Brose samt seiner Frau Suzana eingeladen. Beide stammen aus Rio Grande so Sul und sind wie wir Pensionäre. Zuvor war Edemar in Lages, einer Stadt im Süden von Santa Catarina, als Wissenschaftler in einem Institut für Viehaufzucht tätig. Er ist promovierter Agrarwissenschaftler, hat lange in England gelebt und hat dort promoviert. Heute noch lebt eine Tochter der beiden dort. Edemar und Suzana wohnen seit seiner Pensionierung vor rund 6 Jahren in Bombinhas, wo er mit der Zeit sein Ehrenamt in der Gemeinde übertragen bekam. Beide sind auch Mitglieder in meiner Deutschklasse. Jetzt hatten sie uns zu einem Churrasco, also einem Grill-Mittagessen, eingeladen. Wir sind gerne hin gekommen. Sie wohnen nicht weit von uns ebenfalls in einem Haus, in dem wohl die meisten Wohnungen nur in der Saison bewohnt sind. Welch eine schöne Begegnung wieder mal. Ich denke, dass auch hier eine Freundschaft entsteht, die ähnlich gut wie mit Reginaldo und Maura wird. Für mich sind aber 3 – 4 Stunden konzentriertes Portugiesisch ziemlich viel und der Kopf fängt an zu rauchen, zumal wenn man so gut zu Mittag gegessen hat und sich nachher das Gefühl einstellt, nie mehr im Leben jemals wieder irgendetwas essen zu können – nie, nie mehr!

So sind wir in diesem Jahr wesentlich mehr gesellschaftlich eingebunden als im vorigen Jahr. Das ist schön, denn wir merken, wie wir immer heimischer hier werden. Da Maura und Aurora auch noch zusammen Patchwork machen, ist auch Aurora zufriedener mit dem Leben hier. Hatten wir vor einigen Monaten mal über einen Ortswechsel nachgedacht, sind diese Gedanken jetzt ganz aus unseren Köpfen verschwunden. Wir bleiben hier!

Maura und Aurora mit Hund namens Popcorn beim Nähen Suzana, Aurora und Edemar
Maura und Aurora mit Hund namens Popcorn beim NähenAurora, Suzana und Edemar

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