Die größten Flusssysteme Brasiliens

Was es über die einzelnen Flusssysteme und Flüsse zu wissen gibt, erfährt man am besten über Wikipedia, denn hier werden die Flüsse beschrieben und hier wird alles Wissenswerte mitgeteilt. Das muss ich also nicht machen. Bleibt für diese Seite, den persönlichen Bezug zu diesen Systemen herzustellen. Welche Bedeutung haben sie für Aurora und mich?


Der Amazonas und sein Einzugsgebiet
Von Kmusser - Own work using Digital Chart of the World and GTOPO data., CC BY-SA 3.0, Link


Der Amazonas

Der Amazonas ist mit seinen Nebenflüssen das beeindruckendste Flusssystem Brasiliens. Wenn man sich die Karte anschaut, so finden sich im Amazonasbecken und -urwald überall die Flussläufe, die, obwohl nur Nebenflüsse des Amazonas, oft eine große Breite aufweisen. Wir selber waren in Manaus und hatten den Eindruck, dass wir hier schon sehr weit weg von der MÜndung des Amazonas wären, obwohl auch hier der Fluss bereits so breit ist, dass man kaum das gegenüber liegende Ufer erkennen kann. Die Karte jedoch zeigt, dass Manaus eher im letzten Abschnitt des Amazonas liegt. Von hier ist es bis in die Anden, wo die vielen Quellflüsse des Amazonas entspringen, noch ein sehr weiter Weg. Dorthin zu gelangen, ist sicher ein besonderes Abenteuer. Ziel der Sehnsucht ist dieses große Gebiet sicher, jedoch ist nicht sicher, ob wir dorthin noch reisen können.
Bemerkenswert ist noch, dass bei Manaus der Rio Solimões und der Rio Negro zusammen fließen. Auf der Karte wird der Rio Solimões nicht benannt. Er ist aber der Amazonas vor Mündung des Rio Negro. Erst nach der Vereinigung von Rio Solimões und Rio Negro wird der Strom Amazonas genannt.
Eine weitere Besonderheit für uns ist das eigentlich vom Amazonas unabhängige Flussystem von Rio Araguaia und Rio Tocantins. Am Rio Tocantins waren wir, als wir Palmas besuchten, die Hauptstadt des Bundeslandes Tocantins. An der Nordspitze dieses Bundeslandes fließen die beiden Flüsse ineinander, um sich dann bei Belem etwas südlich vom Amazonas in den Atlantik zu ergießen.
Zuletzt sei noch auf den Rio Orinoco hingewiesen, der ganz im Norden sich in Venezuela ins Meer ergießt. Lange hat man geforscht, ob es eine Verbindung zwischen dem Amazonas und dem Rio Orinoco gibt. Die Karte weist aus, dass das der Fall ist in einem sehr unwirtlichen Gebiet im süden Venezuelas.


Der Paraná und der Rio de la Plata

Riodelaplatabasinmap.png
Von Kmusser - Eigenes Werk, Elevation data from SRTM, drainage basin from GTOPO [1], all other features from Vector Map., CC BY-SA 3.0, Link


Auch dieses Flusssystem ist sehr beeindruckend in seiner Größe und Fläche. Es liegt südlich vom Amazonasbecken mit dessen Flusssystemen.
Nordwestlich von Cuiabá entspringt der Rio Paraguay, in den der in der Karte nicht eingezeichnete Rio Cuiabá mündet. Sowohl der Cuiabá, als auch der Paraguay durchfließen das Pantanal in einem sehr gemächlichen Tempo. Sie bedingen das jährliche Hochwasser, das dem Pantanal seine besondere Flora und Fauna beschert. Wenn wir südlich von Cuiabá im Pantanal waren, so haben wir es nur berührt. Um wirklich in dessen Tiefe zu dringen, müssten man nach Corumbá fahren und von dort aus seine Expeditionen unternehmen. Corumbá ist eine Stadt an der Grenze zu Bolivien. Etwas nördlich von Corumbá fließt der Cuiabá in den Rio Paraguay, der sich dann aus Brasilien verabschiedet, um durch das gleichnahmige Land nach Süden zu fließen.
Östlich vom Rio Paraguay liegt der Rio Paraná, ein Fluss, der sich aus 3 Zuflüssen speist und in den dann in Foz do Iguaçú der Rio Iguaçú ergießt. Das ist geschieht im Dreiländereck zwischen Paraguay, Brasilien und Argentinien in der Nähe des riesigen Staudammes Itaipú und der berühmten Wasserfälle des Rio Iguaçú. In dieser Ecke waren wir wegen der vielen Sehenswürdigkeiten schon mehrfach. Spannend war für uns jedoch, dass wir auch schon an der Quelle des Iguaçú waren. Die liegt nämlich in Curitiba in jenem Gewächshaus, das heute das Wahrzeichen von Curitiba ist. In diesem Gewächshaus entspringt die etwas eingefasste Quelle des dann hunderte Kilometer später möchtigen Strom.
Der Rio Paraná bildet nach dem Drei-Länder-Eck bis nach Resistencia die Grenze zwischen Paraguay und Argentinien, um dann ganz in Argentinien zu liegen. Aber hier in Resistencia mündet der Rio Paraguay in den Rio Paraná, der sich dann sehr viel später mit dem Rio Uruguay zum Rio de la Plata vereinigt. Der Rio de la Plata ist also eigentlich nichts anderes als das Mündungsgebiet dieses riesigen Flusssystems von Rio Paraná und Rio Paraguay. Am Anfang des Rio de la Plata liegt dann am Südufer die argentinische Hauptstadt Buenos Aires und auf der nördlichen Seite an der Mündung die uruguayische Hauptstadt Montevideo, wohin wir auch fahren.


Der Rio São Francisco

Verlauf des Rio São Francisco

Mit diesem Flusssystem, das östlich der beiden Flusssysteme des Amazonas und des Paraná liegt, haben wir bislang noch keine Bekanntschaft geschlossen. Dennoch ist es natürlich in seiner Mächtigkeit vorhanden und auch in vielen Büchern und Romanen, die in Brasilien spielen, präsent. Mit ihm wird viel Nationalismus verbunden, weil es das einzige, riesige Flusssystem ist, das sich vollständig in Brasilien befindet.

 


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