11. September, Montag, Danielas Geburtstag

Daniela hat Geburtstag. Darüber freuen wir uns alle, zumal dieser Geburtstag ein ganz besonderer ist. Sie wird nämlich 50 Jahre und kann auf eben diese Anzahl Jahre voller Stolz zurück blicken. Sie hat viel geschafft, hat sich eine Ausbildung erarbeitet, einen schönen Arbeitsplatz gefunden, der sie ausfüllt und ihr gefällt, aber vor allem hat sie einen wunderbaren Mann erwischt, den Michael, mit dem sie zwei wunderbare Söhne hat, die ihr ganzer Stolz sind. Lukas, der ältere, befindet sich jetzt in der Polizeiausbildung, der Kriminalpolizei, im gehobenen Dienst. Der andere, Timo, ist dabei, das Abitur zu machen. Er wird wohl mal Pädagoge werden. Es gibt also viel Grund, sich zu freuen. Und Freude kann sich auf verschiedene Weisen ausdrücken. Man kann lachen, sich umarmen, schöne Worte finden. All das haben wir auch getan für Daniela. Man kann aber vor Freude auch weinen. Diesen sehr emotionalen und mitreißenden Ausdruck hat das Wetter gefunden, denn die ganze Nacht über bis in den Tag hinein gewittert es hier ohne Unterbrechung. Der Donner grollt, die Wolken hängen tief und es regnet. So wird also der Vormittag von diesem Geburtstag durch das weinende Wetter versaut. Wir haben nun Zeit, uns in der Pousada gut einzuleben.

Die Pousada ist wohl früher ein bäuerlicher Betrieb gewesen, denn die Umgebung sieht so aus. Da hat also der Bauer sein Land für ein Haupthaus und etliche kleine Nebenhäuser zur Verfügung gestellt, so dass hier eine ökologische Anlage entstand, nahe an den Fällen, die wir allerdings jetzt bei dem Regen noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Die Häuschen sind großzügig angelegt und wir haben viel Platz.

Gemeinsam haben wir gegen 8 Uhr gefrühstückt, um uns dann wieder auf die Zimmer zu begeben. Denn was soll man bei diesem Mistwetter anderes machen?!?!

Gegen 11 Uhr hörte es dann auf zu regnen und wir machten uns auf den Weg. Aber schon auf dem Weg lediglich zur Rezeption fing es wieder an, so dass wir überlegten, ob wir nicht ein Taxi nehmen sollten. Das aber lohnte sich nicht, denn der Vogelpark liegt nur 300 m von unserer Pousada entfernt. So spannten wir die Regenschirme auf und gingen los. Der Vorteil dann im Vogelpark war, dass wir nicht mit Menschenmassen zu kämpfen hatten. Den Vögeln hat der Regen nichts ausgemacht. Und als wir dann die Runde beendet hatten, kam die Sonne heraus und es wurde richtig schön mit blauem Himmel, warmen Temperaturen und genau so, wie wir das haben wollten. Also machten Michael, Daniela und ich noch einmal eine schnelle Schönwetterrunde durch den Vogelpark, der allerdings jetzt bedeutend mehr von Menschen bevölkert war. Wie es in dem Vogelpark ist, kann man weniger beschreiben als vielmehr anschauen. Darum gibt es auch eine Menge Fotos davon, die ich in meinem Fotoalbum habe. Besonders beeindruckend waren die Aras, Tukane und die Kolibris.

Gegen 15.45 Uhr waren wir dann ziemlich erledigt wieder im Hotel. Pause, die ich dringend nötig habe, weil wieder einmal seit gestern meine Nase wie ein Wasserfall zu laufen gedenkt. Nur will diesen Wasserfall niemand sehen, schon gar nicht ich selber. Dafür gibt niemand Geld aus – im Gegensatz zu den Wasserfällen, in deren Nähe wir uns befinden, die wir aber noch nicht zu Gesicht bekommen haben. So aber habe ich erst mal geschlafen, denn dann stand ja noch ein Großereignis auf der Tagesordnung: die Geburtstagsfeier für Daniela. Daniela hat zu einem gemeinsamen Abendessen um 20 Uhr hier im Hotel eingeladen. Dazu mussten wir uns natürlich richtig schick machen, duschen und fein anziehen. Serviert wurde nicht, jedoch gab es ein kleines, aber sehr feines und gut zubereitetes Buffet mit Caipirinha. Wunderbar! Gelernt habe ich dabei von Felix, dass es sowas wie Pedalwasser gibt, womit er Kranewasser meint. Offenbar war Familie Jung schon zu seiner Kinderzeit Inhaber moderner Einarmarmaturen. Und wir haben viel über gemeinsame Bekannte und Freunde gesprochen, wobei das Positive das Negative bei weitem übertraf. Keiner muss deswegen also Angst vor unseren Geburtstagsfeiern haben. Gegessen haben wir bis 21.30 Uhr. Dann wollte das Geburtstagkind ins Bett und wir alle auch. So habe ich noch die Gelegenheit, das Tagebuch fertig zu schreiben und ins Netz zu stellen.

Meiner Nase geht es derweilen auch etwas besser, nachdem sie zwischenzeitlich dank scharfer Pfeffersoßen wie ein Wasserfall lief. Aber jetzt ist es besser dank guter Medizin von der medizinisch bewanderten Daniela, die auch noch das Wichtigste an Medizinen dabei hat. Dank also an sie! Danke auch an sie für den schönen Tag, den sie jetzt mit uns verbracht hat, für die Einladung heute Abend und für die Freundschaft zu uns. Schön, dass es sie gibt.

Zum Seitenanfang