12. September, Dienstag, Die brasilianische Seite der Fälle

Heute hat Daniela zwar nicht Geburtstag, aber dafür hatte sie eigentlich erst heute das richtige Wetter zum Feiern. Welch ein wunderschöner, sonniger und warmer Tag! Erst begann er zwar ziemlich bewölkt, doch verzogen sich die Wolken recht bald am Morgen und es wurde richtig warm. Herrlich! Wir machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg und liefen dieses Mal vorbei am Vogelpark bis zum Eingangsbereich des Parkes. Dieser Bereich ist wirklich sehr groß geworden. Den hatte ich viel kleiner in Erinnerung. Und die Organisation der einfallenden Massen war geradezu deutsch. Alles klappte wie am Schnürchen. Zwar gab es überall Warteschlangen, jedoch bauten die sich sehr schnell ab, weil einfach für riesige Menschenmassen geplant war. Erst anstehen für die Eintrittskarte. Die Schlange war sicher 100 m lang, wenn nicht länger. Aber ruck-zuck hatten wir die Karten, denn es waren fast alle Schalter besetzt. Befinden wir uns hier etwa in Brasilien? Kaum zu glauben. Und auf der Eintrittskarte stand auch die Abfahrtszeit für den Bus. Wir gingen also an die Haltestelle und stellten fest, dass wir zwar auch dann hätten fahren können, dass aber auch schon vorher ein Bus ging, der uns gerne mitnahm. Die Busse sind Doppelstöcker, so dass wir oben saßen und eine schöne Aussicht genossen. Der Fahrtwind war allerdings etwas scharf und meine Nase war eigentlich noch nicht in Ordnung. Aber siehe da, auch sie besserte sich im Laufe des Tages. Rund 12 km lang ist die Busfahrt bis zum großen 5-Sterne-Hotel, an dem ein Wanderweg an den Fällen entlang begann, den nicht nur wir nahmen, sondern mit uns tausende von Menschen. Bevor wir da aber rein liefen, begegneten uns Heerschaaren von Nasenbären. Diese putzigen Tiere sind ausgesprochen intelligent, neugierig und listig wie Affen und süß wie Katzen. Niemand von ihnen sah unterernährt aus, aber Aurora meinte, dass sie, wenn sie, also Aurora, für sie verantwortlich wäre, sicher viel dicker und wohlgenährter aussähen. Wahrscheinlich stimmt das. Gut, dass es Wildtiere sind, auch wenn man das nicht merkt. Denn sie wuselten überall zwischen den Menschen herum. Von Scheu war keine Spur zu sehen. Ihnen tut ja auch niemand was. Auch auf dem Wanderweg, den wir jetzt in den Volksmassen gingen, waren sie überall präsent. Der Weg aber war wirklich beschwerlich, denn er war schmal und es gab nicht viele Möglichkeiten, Menschen zu überholen. Und etliche von ihnen waren sehr langsam, sei es, weil sie alt waren oder weil sie sehr klein waren. Alle 20 Meter blieben dann die Leute stehen, um zu fotografieren. Ich auch. So dauert eine Wanderung von 1,5 km schon seine Zeit. Am Ende aber war eine in den Strom hinein gebaute Terrasse, von der man eine richtig schöne Aussicht in die Wassermassen hinein hatte, auf der man aber auch patschnass wurde vom Spritzwasser. Bei der Wärme des hiesigen Winters aber macht das nichts aus.

Am Ende des Weges haben wir uns dann hingesetzt und uns erholt, ein wenig gegessen und weiter die Aussicht genossen, bevor wir dann gegen 14.30 Uhr zunächst wieder in einer 200 Meter langen Schlange, jedoch nicht länger als 15 Minuten auf die Busfahrt zum Parkeingang wartend, heim kehrten. Hier war jetzt erst mal Pause. Wie schön die Fälle sind, kann man dem Fotoalbum entnehmen.

Für die Erholung blieb uns dann Zeit bis 17.30 Uhr. Für diesen Zeitpunkt hat Aurora ein großes Taxi bestellt, in das wir alle 5 hinein passen, bestellt. Das soll uns dann zu einer sehr guten, aber auch nicht gerade billigen Churrascaria bringen. So geplant, so geschehen. Wir trafen noch eine freundliche Taxifahrerin, die uns danach auch wieder mit nach Hause nahm, so dass wir nach einem nicht allzu ausgedehnten, jedoch leckeren Essen um etliche Reais ärmer schlafen konnten. Morgen wird sie uns nach unserem Ausflug nach Argentinien wieder abholen, um uns in eine andere Churrascaria, die auch noch billiger ist, zu bringen.

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