14. September, Donnerstag, Zurück nach Bombinhas

Jetzt sind wir also wieder in Bombinhas zurück. Der Tag war recht unspektakulär, denn erstmals auf dieser Fahrt durften wir morgens – fast – ausschlafen. Also standen wir um 8 Uhr im Haupthaus der Pousada und frühstückten, wie fast jeden Morgen. Wer es nicht gewohnt ist auszuschlafen, ist selber schuld. Nur Felix blieb noch im Bett. Er hat nicht einmal gemerkt, als wir zum Frühstück gingen, so süß hat er noch geschlummert. Dafür musste er schließlich alleine frühstücken, denn natürlich waren auch Eyrichs schon lange da und wir hatten noch einmal eine gute Zeit zusammen bei Kaffee, Ei, Brot und vor allem Früchten.

Erst gegen 11.30 Uhr hatten wir das Taxi zum Hotel bestellt. Wir wollten mit eben jener Taxifahrerin fahren, die uns schon in die beiden Churrascarias gebracht hatte. Aber um 11.10 Uhr rief sie an, dass sie leider nicht kommen könne, weil sie eine andere Fahrt habe. Dafür hatten wir einerseits Verständnis, weil sie eine relativ weite Anfahrt bis zum Hotel hätte bei einer recht kleinen Fahrt, denn der Flughafen liegt nur rund 500 m vom Hotel entfernt – zum Fahren zu nah und zum Laufen zu weit. Was also tun? Da begegnete uns der Juniorchef in der Rezeption und bot sich unmittelbar an, uns zum Flughafen zu bringen. Da Eyrichs schon da waren, schnappte er sich deren Koffer und die beiden selber und schaffte sie in einem ersten Durchgang dorthin. Dann kam er zurück und sammelte auch Aurora, Felix und mich auf zu der kurzen Fahrt. Wie schön! Ohne Kosten kamen wir so zum Flughafen und alles war gut. Natürlich waren wir auch hier wieder zu früh, denn der Flieger ging erst 13.35 Uhr. Felix hat sein Handy mit Ohrhörern und verzog sich in seine eigene Welt, wir hingen herum und führten lose Sprüche untereinander – was man eben so tut, während man wartet. Was mich am meisten verwunderte, war, dass ich kein Flugzeug sah, wobei die Menschen schon anfingen, sich zum Einsteigen aufzustellen. Ich fragte eine erstaunte Stewardess, ob sie denn überhaupt Flugzeuge hätten, oder ob geplant sei, dass wir nach São Paulo laufen sollten. Sie schaute mich an wie ein Auto, so dass ich sie verlegen bitten musste, meine einfältige Frage zu vergessen. Dann aber war doch ein Flugzeug da, in das wir steigen konnten. Als erste, noch vor den 1. Klasse Mitfahrern, dürfen hier immer die alten Krüstchen einsteigen, zu denen wir auch zählen, so dass wir, Aurora und ich, mit hochmütigem Blick an jenen hochnäsigen Menschen der besseren Gesellschaft vorbei ins Flugzeug schritten in der tragenden Gewissheit, zu den Ältesten dieses Fluges zu gehören. Felix und die beiden Eyrichs kamen viel später, als wir schon lange gelangweilt im Flugzeug Platz genommen hatten. Los ging’s nach São Paulo, Congonhas, den innerstädtischen Flughafen, der in dieser Art nur in Brasilien denkbar ist, denn in Deutschland würde sowas nicht gehen. Berlin-Tegel ist vielleicht vergleichbar, jedoch ist die Gegen und Tegel herum nicht besonders bevölkert im Gegensatz zu Congonhas. Niemand aber protestiert gegen Fluglärm. Alle wollen den Flughafen dort haben, weil man von hier aus ganz Brasilien in verhältnismäßig kurzer Zeit erreichen kann. Es gehen tagsüber alle 5 Minuten Flüge in alle Bereiche Brasiliens los und es ist ein großes Menschengewühl auf den Flugsteigen und in den Hallen.

In Congonhas hatten wir dann 2 Stunden Aufenthalt. Angezeigt wurde, dass es von Flugsteig 11 los gehen sollte, aber wir wissen, dass sich sowas immer ändern kann. So auch jetzt: Aus der 11 wurde eine 10. Aber von dort aus ging es dann in den hereinbrechenden Abend los in Richtung Navegantes. Nachdem wir unser Gepäck ausgescheckt hatten, gingen wir zu der Garage, wo unser Auto derweilen geparkt war. Gut, dass wir zuvor ausprobiert hatten, wie man packen muss. Wir holten die Bilder, die wir da gemacht hatten, hervor und sahen nach, wie es geht. Und dann stiegen alle 5 in das kleine Auto und es ging los. Unterwegs machten wir noch kurz Halt bei einem Supermarkt, um wenigstens Früchte einzukaufen. Dann setzte ich erst mal Aurora, Daniela und Michael bei uns daheim ab und fuhr Felix zu Joer und Luiz, seinen Gasteltern. Da war es dann auch schon 21.30 Uhr geworden und wir waren froh, als wir dann endlich wieder in unserem eigenen Bett lagen. Die Katzen hatten Aurora nicht schlecht staunend begrüßt und innerhalb von 5 Minuten war es für sie, als wären wir nie weg gewesen. Mare hatte sich ja auch um die beiden verwöhnten Tiere gekümmert.

Und so ging eine sehr eindrucksvolle Reise zu Ende. Wir überlegen jetzt, ob wir sie nicht im kommenden Jahr auch mit Birgit und Ralf, unseren Freunden aus Höchst, wiederholen sollen. Lohnen würde es sich allemal. Aber warten wir mal ab.

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