28. Juni, Mittwoch, Abreisetag

Da ist er nun vorbei, der Abreisetag. Wir hatten den Wecker mit der erhebenden Musik von Schubert auf 6 Uhr gestellt, jedoch hat uns die Rezeption schon um 5.40 Uhr geweckt – warum auch immer. So konnten wir uns in Ruhe fertig machen und die restlichen Sachen in die Koffer packen. Als ich dann die ersten Taschen nach vorne in die Rezeption brachte, saß Inha schon fertig mit allem, sogar mit dem Bezahlen, auf einer Bank und wartete. Dieses Mal hat sie den Wettbewerb wieder eindeutig für sich entschieden. Am Ende der Zeit stand es also 4 : 1 für Inha in Bezug auf früher aufstehen. Danach ging es ans Begleichen der Rechnung für das, was wir auf eigene Kosten konsumiert hatten. Das war nicht so einfach, denn nach Inhas Abrechnung war das System zusammengestürzt. Man arbeitet noch mit Windows XP. Der Mann an der Rezeption telefonierte sicherlich eine halbe Stunde hinter einem Techniker hinterher, der das aber, verschlafen wie Techniker um diese Zeit nun mal oft sind, nicht lösen konnte. Immerhin bekamen wir heraus, dass wir rund 690 Reais zahlen sollten, von denen 450 Reais für die Fahrt vom Hotel nach Cuiabá zum Flughafen waren. Immerhin sind das rund 150 km. Der Rest von 240 Reais war für alle Ausflüge und die Getränke, die wir verkonsumierten. Alles war also deutlich im Rahmen des Bezahlbaren. Kein Wunder, dass SESC kein Geld hat, neue PCs oder wenigstens ein neues Betriebssystem zu kaufen.

Die letzte Fahrt durch das Pantanal begann. Die Sonne schien, es begann, warm zu werden. Noch einmal begegneten uns die Vögel der Gegend. Sie machen hier wohl den größten Reichtum der Natur aus – auf Kosten der Fische. Denn die vielen Vögel, vor allem Kraniche, Störche und andere Wasservögel, hatten auf Grund der einsetzenden Trockenheit ein leichtes Spiel, Fische zu fangen. Der Tisch ist in dieser Jahreszeit reichlich gedeckt. Schon nach 2 Stunden waren wir dann am Ziel und die übliche Warterei begann. Das Flugzeug nach São Paulo würde erst in 2 – 3 Stunden fliegen. Also frühstückten wir erst einmal. Zwar hatten wir vom Hotel ein Lunchpaket erhalten, jedoch war mir das zu keiner Freude. Das ist so eine Sache mit der Rezeption: Wir bestellen das Lunchpaket aber bitte ohne Käse. Es kommt ein dickes Lunchpaket mit Broten, die ausschließlich mit Käse belegt sind. Vorher war es uns passiert, dass wir 2 Wassergläser und ein kleines Handtuch bestellt hatten und dafür 2 große Handtücher und 1 Wasserglas erhielten. So ungefähr hat es also gestimmt, aber eben nicht ganz. Also gingen wir in eins der hier vorhandenen Verpflegungspunkte und tranken erst einmal einen schönen, starken Kaffee. Nun wurden wir wacher, denn ich hatte sogar im Sitzen auf der Fahrt zum Hotel geschlafen. Dann warten, einsteigen, losfliegen. Der Flug war schön, besonders, als wir über diese Riesenstadt São Paulo flogen, wo sich die Häuser bis an den Horizont erstrecken. Ich habe hier noch einige Fotos machen können, die das zeigen. Gegen 14 Uhr waren wir dann in Congonhas, dem innerbrasilianischen Flughafen von São Paulo. Wieder warten bis gegen 16.45 Uhr. Aber wo sollte das Flugzeug abgehen? Auf unserem Bordingpass stand ein Flugsteig, aber der war sicherlich nicht gültig. Also abwarten, was die Anzeigetafel her gibt. Nach einer Weile erschien: Flugsteig 18. Also machten wir uns dorthin. Da stand, dass der Flug von dort nach Rio gehen sollte. „Das stimmt bestimmt auch nicht!“ meinte ich zu Aurora. Und richtig: Nach einer Weile erschien auf der Anzeigetafel, dass wir zu Flugsteig 11 gehen sollten, also noch einmal quer durch das ganze Gebäude und ein Stock höher. Was kann man daraus lernen? – Flugsteigangaben, die zu früh angegeben werden, stimmen im Prinzip nie. Bei allen unseren letzten Flügen war das immer dasselbe. Darum merke wohl: Kommst du an einen brasilianischen Flughafen, so wird die erst Anzeige, von wo aus dein Flug losgehen wird, sicherlich nicht richtig sein. Kümmere dich darum, rund 1 Stunde vor Abflug den richtigen Flugsteig zu finden.

Gegen 17 Uhr war es schon dunkel, als wir losflogen in Richtung Navegantes. Es ist kein langer Flug, nur 50 Minuten. Unser Gepäck kam sehr schnell, weil wir ja alte Krüstchen sind und damit in Brasilien allen anderen vorgezogen werden, selbst denen, die 1. Klasse gebucht haben. Auch unser Gepäck war als Prioridade gekennzeichnet worden. Auto abholen und dann durch den Berufsverkehr nach Hause. Wie schön, als wir dann gegen 19 Uhr die Haustür aufschlossen und dem kritischen Blick unserer Katzen eigene Freude entgegensetzen konnten. Es ist eben schön, weg zu fahren. Es ist aber auch sehr schön, wieder nach Hause zu kommen.

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