22. Juni, Mittwoch, Jetzt geht's los!

Da sind wir also wieder unterwegs. Nun ja, man sollte unterwegs sein, solange man es körperlich und zeitlich schafft. Schließlich häuft der Mensch auf diese Weise einen Schatz an Erinnerungen und Erfahrungen an, von dem er sicherlich noch lange zehren kann. Das Schreiben eines Tagebuches während der Reisen hilft dabei, wobei es außerdem noch denen, die nicht mitfahren, aber dennoch interessiert an meinem Schicksal und meinem Erleben sind, über letzteres informiert – soweit er deutschsprachig ist. Denn inzwischen wird mir das Portugiesische immer vertrauter und vielleicht kommt ja mal die Zeit, dass ich dieses Reisetagebuch in Portugiesisch abfassen möchte. Aber noch ist es nicht so weit.

Regenwetter in NavegantesRegen auch beim Start in Congonhas
Regen auch beim Start in Congonhas Regenwetter in Navegantes

Der Vorteil heute bei der Abreise war, dass es nicht zur nachtschlafenden Zeit los ging, sondern ganz human gegen 8 Uhr. Denn das Flugzeug flog von Navegantes erst um 10.20 Uhr ab. Ob es wirklich fliegen würde? Wir fuhren nämlich bei tiefgrauem Himmel und strömendem Regen los. Kalt ist es draußen und man sah vor Regen manchmal die Hand vor den Augen nicht. Das begann ja heiter! Gegen 9 Uhr waren wir dann aber vor Ort und parkten unser Auto bei einer Langzeitparkmöglichkeit. Wir würden am 30. erst spät in der Nacht heimkehren und wollen deswegen niemanden aufscheuchen, sondern mit dem eigenen Auto nach Hause fahren. Dabei hatte es an Angeboten für den Transport nicht gefehlt. Reginaldo, Edemar und auch Marcos fragten, ob sie uns nicht zum Flughafen bringen könnten. Wir lehnten ab. Folglich fuhren wir jetzt unter diesen schlechten Bedingungen los und kamen dennoch rechtzeitig an. Wir parkten das Auto, checkten ein und hatten noch gemütlich Zeit vor dem Abflug. Der erfolgte wider Erwarten pünktlich trotz Regen und kam auch pünktlich in São Paulo, Congonhas an. Wir stiegen aus und zogen erst einmal die oberste Schicht der Kleidung aus, denn hier war es schon wärmer. Inha, Auroras Schwester, kam auch bald dazu. Sich zu treffen am richtigen Flugsteig macht auch keine Probleme. Jetzt waren wir also zusammen, aßen zu Mittag, was es eben gab und flogen pünktlich kurz nach 13 Uhr weiter nach Rio. Das Flugzeug hob ab und es war noch verregnet und dicke Wolken hingen über São Paulo. Doch kurze Zeit später klarte der Himmel auf. Es wurde sonnig und wärmer. Bis Rio dauerte der Flug nur 35 Minuten, aber in dieser Zeit änderte sich das Wetter total und es wurde sonnig. Der Anflug auf den Flughafen Santos Dumont, dem Stadtflughafen von Rio, ist ausgesprochen schön. Neben dem Flugzeug baut sich der Zuckerhut auf, ein riesiger Felsen, auf dessen Spitze eine Seilbahn führt. Wir hatten vor 13 Jahren, als Aurora und ich erstmals hier waren, von dort oben runter auf den Flughafen gesehen. Jetzt sahen wir den Berg vom Flugzeug und Flughafen aus.

Eine Küstenstadt vor RioRio: Häuser und Berge
Eine Küstenstadt vor RioRio: Häuser und Berge

Anflug auf den Flughafen Santos DumontErste Eindrücke von Rio
Anflug auf den Flughafen Santos DumontErste Eindrücke von Rio

Landung bei Sonnenschein und angenehmer Wärme. Gepäck holen, Flughafen besichtigen, Taxi suchen, zum Hotel fahren. Das Hotel heißt Sesc Copacabana und liegt da, wo es dem Namen nach hin gehört: an der Copacabana. Dort ist es aber nicht in der ersten Reihe, sondern in der zweiten, so dass man von hier aus das Meer nicht sieht. Dazwischen liegen Häuserblocks. Das Hotel aber ist gut, die Zimmer geräumig und ordentlich. Wir fühlen uns wohl, zumal es hier auch Internet gibt.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, zogen wir noch mal los, um etwas einzukaufen. Die Straßen hier sind eng und sehr belebt. Das Schöne sind die vielen Palmen, die dennoch zwischen den hohen Häusern Platz finden und den ansonsten tristen Straßen ein angenehmes Aussehen verleihen. Zunächst kauften wir ein und suchten uns dann für das Abendessen ein Restaurant. Nun  ja, so war also der erste Tag, denn abends machten Aurora und Inha zwar noch eine Seniorengymnastik mit, ich jedoch zog es vor, im Zimmer zu bleiben und Tagebuch zu schreiben. Die Gruppe aus Tocantins, mit der wir eigentlich unterwegs sein werden, kommt erst gegen Mitternacht hier an, so dass wir sie erst morgen treffen werden.

LandungDer Zuckerhut vom Flughafen aus gesehen
LandungDer Zuckerhut vom Flughafen aus gesehen

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