13. November, Montag: Nationalpark Tijuca

Ein freier Tag ist heute geplant gewesen. Aber natürlich wollten wir darin etwas unternehmen. Bruno hatte uns einen Tipp gegeben: Fahrt mit einem Jeep in den Tijucas Nationalpark. Das ist der Park, den der brasilianische Kaiser Pedro II. hat anlegen lassen, als er festgestellt hatte, dass der Fluss Carioca nach der Abholzung aller Bäume auf den Bergen rund um Rio austrocknete. Er beauftragte daraufhin einen Gärtner, dem er 6 Sklaven dazu gab, mit der Wideraufforstung der Rodungen. Und sie pflanzten daraufhin viele hunderttausend Bäume, die inzwischen auch wieder einen urwaldähnlichen Eindruck machen. Auch die ausgestorbene Tierwelt kehrte wieder zurück und die Hänge rutschten nicht mehr ab. Der Fluss gab wieder Wasser und alles wurde gut. Wenn die Menschen doch heute auch noch so vernünftig wären. Bruno selber hat diese Fahrt organisiert und ein Freund von ihm war der Fahrer. So waren wir bestens betreut und Bruno hat seine Erklärungen auch auf Englisch gegeben, so dass auch Bigi und Frank alles verstanden.

Das Wichtigste waren die verschiedenen Aussichtspunkte, die wir anfuhren. Da war zunächst eine Abflugrampe für Paragliding. Welch eine Aussicht über einen Teil Rios, einen großen Golfplatz und den Strand von Ipanema und Botofago. Hier sah man auch in der Tiefe jenen Radfahrweg, der für die Olympischen Spiele angelegt worden war und der dann ins Meer stürzte, wobei 2 Menschen ums Leben kamen. Weiter ging es zu einem Wasserfall in dem Nationalpark selber, dann an einen See mit üppiger Natur drum herum. Frank wollte zu gerne die Vögel zwitschern hören, sah sich aber gezwungen, dafür einen abseits gelegenen Platz, an dem das Geschwätz der Leute nicht mehr so stark an seine Ohren drangen, so dass er sie passieren lassen konnte, zu suchen. Das wiederum wurde von den anderen mit Sorge gesehen, denn als wir weiter fahren wollten, war von Frank weit und breit nichts zu sehen oder zu hören. Wir schwärmten aus und suchten ihn überall und riefen laut seinen Namen. Bigi wurde sehr unruhig. Und wie wir später erfuhren, hatte er unsere Rufe sehr wohl gehört, wollte ihnen aber nicht nachgehen. So etwas nennt man Vertrauen darin, dass die Gruppe schon nicht fahren wird, wenn nicht alle an Bord sind. Dann aber stieß mein lieber Bruder dann doch wieder zu uns und die Fahrt ging weiter zu weiteren Aussichtspunkten. Wir sahen den Picknicktisch des Kaisers, der es liebte, hier bei wunderschöner Aussicht Picknick zu machen. Und wir besuchten zuletzt noch einen chinesischen Pavillon, den der Kaiser für die Tee anbauenden Chinesen, der er aus Macao hat kommen lassen, bauen ließ. Von hier aus war die Aussicht über Rio besonders schön. Links der Corcovado, dann die Stadt, der Zuckerhut und dann rechts das blaue Meer. Bigi meinte, dass sie vorher nicht hat glauben können, dass Rio die schönste Stadt der Welt sein sollte. Jetzt aber sei sie davon auch überzeugt. So ist das! Rio ist die schönste Stadt der Welt.

Von hieraus ging es zurück in Richtung Copacabana, wo wir noch zusammen mit Bruno gegessen haben, bevor wir dann nach kurzen Einkäufen zurück ins Hotel gingen. Dort war erst einmal Pause angesagt. Die drei Frauen haben sich dann um 15 Uhr noch zu einem Einkaufsbummel verabredet. Frank wollte auch noch etwas machen, aber ich wollte eigentlich nur noch zusehen, dass ich mein Tagebuch schreibe und die Fotos sortiere. Mein Rücken tut ordentlich weh vom gestrigen Ausflug und dem Sonnenbrand.

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