6. November 2015, Freitag, Krügerpark, 1. Tag

unser Hotel in SabieIch bin jetzt sehr müde. Das hat zwei Gründe. Einmal mache ich mir natürlich weiter Gedanken um meine Vergesslichkeit mit dem Pass. Die Sache hat sich jetzt so entwickelt, dass Agnes meinen Pass am Sonntag in unsere Richtung fährt und wir ihr auch ein Stück weit entgegen kommen, um ihm in Empfang zu nehmen. Aber welch ein Aufwand! Ich weiß gar nicht, wie ich das Agnes danken kann. Sie nimmt wirklich eine lange Reise auf sich, um das zu schaffen. Einen kleinen Trost gab es allerdings, denn als wir gerade in den Krügerpark hinein fahren wollten, stellte sich heraus, dass auch unsere amerikanische Dame Johanna ihren Pass in Pretoria vergessen hat. Wie sie sich nun fühlt, kann ich gut verstehen. Immerhin konnte sich die Angelegenheit soweit klären, dass Agnes unsere beiden Pässe mitnimmt und zu uns bringt. Besser wird die Sache dadurch zwar auch nicht, jedoch ist es immer gut, noch eine zweite Person zu haben, die ähnlich fühlt und sich wie ich auch schämt und schlechtes Gewissen hat.

Der zweite Grund meiner Müdigkeit ist, dass ich wieder nur wenig schlafen konnte. Gestern war ich endlich gegen Mitternacht ins Bett gekommen und der Tag heute begann früh, denn unser Hotel lag ohne jegliche Schallschutzvorrichtung an einer großen Kreuzung von Sabie, wo ab 6 Uhr auch der Schwerlastwagenverkehr intensiv vorbei rollte. Zudem gab es direkt vor meinem Fenster einen Zebrastreifen, an dem sich immer muntere Menschen auf dem Weg zur Arbeit trafen und sich lautstark austauschten. So war wieder ab 6 Uhr an kein Schlafen mehr zu denken. Also stand ich auf und lief ein wenig herum. Es war draußen eine gute Luft und sonnig. Wahrscheinlich würde ein heißer Tag auf uns warten, auch wenn es im Schatten noch sehr kühl war.
Frühstück. Für mich fiel es schmal aus, weil ich noch von gestern Abend recht satt war. Lediglich Obst und Kaffee waren angesagt, während die anderen Eier, Speck, Würstchen, Weißbrot, Käse und Wurst verputzten. Kein Wunder, dass einige unserer Damen mit Bürotätigkeit und auch einige Herren einen ziemlich breiten Umfang entwickelt haben, der zu dem oft sehr präsenten Auftreten gut passt. Aber das ist nicht mein Problem und soll es auch nicht werden.
Nach dem Frühstück war erst einmal ein Einkauf angesagt, weil wir heute Abend gemeinsam grillen wollen und dazu noch viele Sachen brauchen. Dann aber ging es los in Richtung Krüger Nationalpark. Wir fuhren ein im Phabeni Gate im Südwesten des Parkes. Dieses Mal konnte es kein Abweichen von der Hauptroute geben, weil wir wieder zeitlich unter ziemlichem Druck standen. Bis 17 Uhr sollten wir in unserer Lodge sein sollten, die ziemlich weit im Park liegt. Da es viele Tiere in der Nähe der Hauptstraße gibt, war auch mit vielen Stopps zu rechnen und mehr oder weniger langen Fotopausen. Genauso kam es und wir gerieten mit der Zeit in ziemlichen Druck, der vor allem von Carmen, die so gerne so oft zu spät kommt, aufgebaut wurde. Dieses Mal ging es aber gut und wir waren sogar eine Stunde vor der Zeit angekommen. Einen Fotobericht über diesen Tag gibt es im Fotoalbum.

Der Abend wurde beschlossen mit einem großen Grillen. Die Vorbereitungen habe ich zwar verpasst, jedoch habe ich dafür zusammen mit Johanna, die ebenfalls erst später dazu kam, den Abwasch erledigt. Es gab Folienkartoffeln und Grillfleisch zusammen mit Salat. Das war richtig gut und lecker. Bei den Gesprächen danach ging es vor allem über das Leben in der DDR und um die Probleme, die es damals gab, sei es im täglichen Leben, sei es mit der Ausreise oder mit Westbesuch. Fast alle Mitfahrenden kommen aus der DDR, auch wenn einige jetzt im Westen wohnen.

Das Restaurant des gestrigen AbendsEin Jacaranda-Baum
Das Restaurant des gestrigen AbendsEin Jacaranda-Baum

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