8. November 2015, Sonntag, Nach Swaziland

Hütten der Crocodil-LodgeDer Park beginnt gleich hinterm Zaun
Hütten der Crocodil-LodgeDer Park beginnt gleich hinterm Zaun

Den Frühausflug in den Krügerpark habe ich mir erspart. Die Wahrscheinlichkeit, etwas Besonderes zu erleben, erschien mir zu gering. Meine Vermutung hat sich bestätigt, denn niemand kam euphorisch zurück. Meine Aufgabe war stattdessen, zuzusehen, dass das mit dem Frühstück etwas schneller geht. Diese Aufgabe habe ich erfüllt, die Gläser vom Abend abgewaschen, Geschirr zusammen gesucht und erste Vorbereitungen zu treffen.

Nach dem Frühstück ging es dann auch recht bald los. Dieses Mal fuhren wir in Richtung Ausgang des Parks, jedoch nicht raus. Vorher bogen wir noch ab und fuhren auf einer sehr schlechten, ungeteerten Straße am Crocodilefluss entlang zum Malelane Gate. Von hier aus ging es recht schnell auf die N4, die von Maputo, der Hauptstadt Mocambiques, nach Pretoria geht. Auf ihr fuhren wir eine Weile zurück in Richtung Pretoria, um an einem Einkaufzentrum einer größeren Stadt Agnes und Peter zu treffen, die mir meinen Pass und mein Handy und Johanna ihren Pass übergeben sollten. Wir waren etwas früher, mussten auch ein wenig auf die beiden warten, jedoch kamen sie und alles wurde gut. Es hat mich noch einmal emotional sehr berührt, dass die beiden sich auf die 360 km lange Tour gemacht haben, um mir meinen Pass zu bringen. Das kann man nicht erwarten. Wie aber dankt man es ihnen? Richtig gutmachen kann man das sicher nicht, aber ich habe zweierlei beschlossen:
1. Ich übernehme mit 1.000 Rand die Fahrtkosten für die Reise und
2. verpflichte ich mich, im Falle, dass jemand noch einmal in solch eine Notlage gerät, dasselbe für diese Person zu tun.
Ohne Agnes und Peter hätte ich nicht gewusst, wie man diese Vergesslichkeit ausbügeln könnte. In Südafrika wäre das zuverlässig nicht zu erledigen gewesen. Jetzt aber war alles gut, wofür ich den beiden unendlich dankbar bin.

Weiter ging es in Richtung Swaziland. Das erste, was auffällt, war, dass die Natur jenseits des Krügerparks wesentlich grüner dank der Bewässerung war. Ich vermute, dass dem Crocodilefluss viel Wasser entnommen wird, um das Land grün zu machen. Dieses Wasser fehlt nun deutlich im Park selber, wo alles aussieht, als wäre ein Brand über das Land gegangen. Das aber sei nicht der Fall, klärte mich Carmen auf, denn die kahlen, toten Bäume gingen zu Lasten der Elefanten, die die Rinde der Bäume fressen und die Bäume umstoßen. Die Elefanten sind also große Zerstörer in der Natur. Aber natürlich fehlt dort auch das Wasser sehr und man hofft, dass es bald regnen wird. Gestern hatten wir schon bei den Nilpferden erlebt, wie die Fische schon fast auf dem Trockenen sind und keinen Platz mehr zum Schwimmen haben. Auch sind alle Flussbetten total ausgetrocknet.

Wenn man dann aber nach Swaziland kommt, ändert sich das Bild. Die Natur wird einfach grün und satt. Es gibt dort viele Bäume und auch noch richtigen Urwald. Ich staunte nicht schlecht, wie gut es hier in Swasiland aussieht. Der Höhepunkt aber ist die Lodge, in der wir die Nacht verbringen werden. Es ist ein großen Urwaldgrundstück mit Zelten, Zuluhütten und Häusern drauf. In einem der Häuser bin ich untergebraucht. Viel Platz, zwei Stockwerke, zwei Betten mit Moskitonetz und auch ein Swimmingpool, zu dem ich allerdings nicht gehen kann, weil ich endlich mal ins Netz komme, wenn ich mich im Speisehaus aufhalte, was ich auch ausgiebig mache. Hier wird also gegessen, geredet und gesurft. Eigentlich ist es schade, dass wir morgen schon weiter fahren.

Swaziland ist ein kleines Königreich zwischen Mozabique und Südafrika. Es war schon immer selbstständig, auch wenn es früher britisches Protektorat war. Nachdem sich die Swasis davon aber losgesagt haben, hat der König fast die alleinige Macht. Es gibt zwar ein Parlament, jedoch hat das nur wenig mitzubestimmen und kann vom König auch jederzeit aufgelöst werden. Dennoch ist der König beliebt im Land, das allerdings im Vergleich zu Südafrika eher unterentwickelt ist. Die Lodge, in der ich hier wohne, gehört einem Engländer und liegt wirklich sehr versteckt. Nur Eingeweihte finden hierher. Dafür aber ist es ein wirkliches Urwaldparadies, ruhig und komfortabel, eine Oase der Erholung für solche, die jetzt nicht noch mehr Zebras, Gnus, Elefanten, Impalas usw. sehen wollen.

Rezeption der Lodge im SwazilandMein Haus
Rezeption der Lodge im SwazilandMein Haus

Impressionen von der LodgeImpressionen von der Lodge
Impressionen von der Lodge

Impressionen von der LodgeImpressionen von der Lodge
Impressionen von der LodgeImpressionen von der Lodge

Aussicht auf das BerglandImpressionen von der Lodge
Aussicht auf das BerglandImpressionen von der Lodge

Der Pool vor dem SpeisehausAussicht auf das Bergland
Der Pool vor dem SpeisehausAussicht auf das Bergland

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